Physik
und Radiästhesie
Ansichten
der „Ersten Wünschelruten-Ausstellung der Welt“
Angesehene
Physiker und andere Naturwissenschaftler bekennen sich zur
Notwendigkeit der Erforschung des Wünschelruten-Phänomens
Prolog
„Ich hätte
nicht gedacht, dass
Physik so interessant sein kann!“
Ein Besucher der Ausstellung (2005)
Es ist schon ein streitiges Projekt, diese „Erste
Wünschelruten-Ausstellung der Welt: Physik und Radiästhesie“,
die der Sächsische Verein für Forschung e.V. im Schloss
Lichtenwalde bei Chemnitz im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat. Es gab
daher viele Besucher, die sich weiter führendes
Informationsmaterial gewünscht haben. Diesem Anliegen ist die
vorliegende Broschüre - die wir zugleich in unsere Internetseite
www.drhdl.de stellen - zumindest als erster Schritt gewidmet.
Ebenso
wie sich die Ansichten von außen zum Thema vielfältig
spreizen, gibt es gewissermaßen jene einzige innere Sicht des
Veranstalters: Physik und Radiästhesie. Damit wird die Sache
freilich nicht einfacher, sondern eher sehr viel komplizierter, denn
die Physik ist nun einmal keine Angelegenheit von Laien, die aber die
Radiästhesie mit ihren Anhängern und Kritikern absolut
dominieren. Der Veranstalter wird jedoch ermutigt z.B. durch
folgenden Ausruf eines Besuchers nach zweistündiger Führung
durch die Ausstellung: „Ich hätte nicht gedacht, dass
Physik so interessant sein kann!“
Radiästhesie
steht als Fachgebiet für Wünschelruten- und
Pendelereignisse, die nur mit Menschen funktionieren. Da jedoch auch
der Homo sapiens Teil der Natur ist, geht es ebenso unstrittig in
jedem Fall um natürliche Phänomene, für die in erster
Instanz auf jeden Fall die Physik zuständig ist.
Genau so
haben dies einzelne angesehene Physiker und andere
Naturwissenschaftler in der Neuzeit gesehen und sich deshalb auch im
Sinne der Aufklärung der Bevölkerung für die
Notwendigkeit der Erforschung des Wünschelruten-Phänomens
ausgesprochen. Ihre Namen und die aller anderen Akteure dieses
Beitrages sind im Text stets fett hervor gehoben. Ihren Arbeiten und
ihren damit verbundenen Schicksalen ist der vorliegende erste Teil
der Ansichten der Wünschelruten-Ausstellung gewidmet. Damit
sollen nicht nur ihre Forschungsansätze bzw. -ergebnisse für
den Laien verständlich dokumentiert, sondern es muss - wie es
ohnehin ein weiteres Hauptanliegen des Projektes ist - zugleich
darauf aufmerksam gemacht werden, dass Wünschelrute und Pendel
zum ältesten, unumstößlichen Kulturgut der Menschheit
gehören.
Sollte es dem Autor vergönnt sein - der
sich als Physiker ebenfalls in das leidige Thema verwickelt hat, sich
jedoch zumindest in diesem Beitrag nur selten einmischt - so wird es
in absehbarer Zeit aus seiner Feder wohl doch weitere einschlägige
Ansichten und Einsichten zur Ausstellung geben.
Ouvertüre
“daß
diese eindeutige Beziehung der räumlichen Verteilung
der physikalischen Eigenschaften im Untergrunde zu der
Ausbildung des Kraft-, Strahlungs- oder Strömungsfeldes
an der Erdoberfläche nicht einfach umkehrbar ist.“
Richard Ambronn
Richard
Ambronn (1887-1954)
Beim Überschreiten von
geologischen Störungen gäbe es wirklich eine physiologische
Beeinflussung des menschlichen Nervensystems. Dies jedenfalls
behauptete sinngemäß Richard Ambronn auch im
Zusammenhang mit Wünschelruten-Untersuchungen /Ambronn (1)/ zu
Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, der mit seinem
wissenschaftlichen Lebenswerk die Angewandte Geophysik als
eigenständige naturwissenschaftliche Disziplin begründete.
In seinem fundamentalen Buch „Methoden der angewandten Geophysik“
/Ambronn (2)/ wäre sonst vielleicht der folgende Satz
unverständlich: „Infolge physiologischer Wirkung
radioaktiver Strahlungen und Emanationen auf lebende Substanz -
hier folgen zahlreiche Literaturzitate - wäre ein Einfluß
erhöhter Radioaktivität der obersten Erdschichten längs
Verwerfungen auf den Pflanzenwuchs denkbar, doch sind Beobachtungen
nach dieser Richtung hin bisher nicht bekannt geworden.“
(Ambronn kannte offenbar Georgius Agricola´s Buch
„De re metallica XII libri“ nicht.) R. Ambronn ging hier
sogar einen Schritt weiter, indem er im gegebenen Kontext die
Radioaktivität benannte. Es sei daher an dieser Stelle
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Erscheinungsjahr 1926
seines Hauptwerkes in die Zeit fiel, da man
* die γ-Strahlung
noch als „harte Röntgenstrahlung“ bezeichnete und
*
unter „durchdringender Strahlung“ nur die „sehr
harte“ γ-Strahlung einordnete, während
* Neutronen
(und damit die durchdringende Neutronenstrahlung) noch völlig
unbekannt
waren.
Doch jene, für die
Erdstrahlen-Radiästhesie möglicherweise so fundamentale
Aussage einer möglichen Strahlungsfeld-Korrelation der
Realstruktur der Erdkruste mit physiologischen Reaktionen machte
dieser anerkannte Physiker nicht eben „nur“ aufgrund seiner
zahlreichen wegweisenden Untersuchungen mit physikalischen
Messgeräten, sondern auch mit der Wünschelrute /Ambronn
(1)/! Er blieb zwar skeptisch gegenüber diesem „Instrument“,
das ja ausschließlich an menschliche Handlungen gekoppelt ist,
doch fand er es eben auch brauchbar. Damit gehört Richard
Ambronn unbedingt zu den ersten, zudem sehr angesehenen deutschen
Physikern, die das Wünschelruten-Phänomen aufgrund von
teilweise positiven Erfahrungen als natürlich anerkannten und
sogar für ihre Zwecke zu nutzen wussten.
Vielleicht noch
sehr viel wichtiger ist jedoch Ambronn´s
Schlussfolgerung, wonach auf den gleichen geologischen Profilen, wo
der Organismus grundsätzlich anspricht (wie auch viel später
sein prominenter Kollege R. Lauterbach /Lauterbach/) eine
eindeutige Beziehung zu Messungen der Radioaktivität
besteht.
Repetition
“Die
Zeitwahrnehmung des Menschen wird
durch geophysikalische
Felder beeinflusst.“
Robert
Lauterbach
Robert Lauterbach
In
seiner Laudatio für „Akademiemitglied Nationalpreisträger
Prof. Dr. sc. nat. Robert Lauterbach - 65 Jahre“ ehrte
Professor Gerd Olszak im Jahr 1980 /Olszak/ seinen Kollegen,
der sich als einer der wenigen DDR-Wissenschaftler u.a. durch
Einführung der Mikromagnetik und der Gamma-Spektroskopie in die
geophysikalische Erkundung anhaltend hohe internationale Anerkennung
erworben hatte.
Eher unauffällig kommen Lauterbach´s
eigene Argumente in seinen Veröffentlichungen daher, denn
schließlich hat er das getan, woran jeder Geophysiker erst
einmal denkt: Geologie studieren, physikalische Argumente sammeln und
messen, messen, messen, ... Er hat es freilich souverän getan,
grundsätzlich neue Messverfahren entwickelt und dabei trotzdem
nicht gescheut „naturnahe“ Methoden zu gebrauchen. So stieß
er auch auf das Wünschelruten-Phänomen. Seine relevanten
Forschungsergebnisse trugen u.a. maßgeblich zum Beitrag der
Medizinerin Dr. A. Reincke über „Zeitwahrnehmung und
Geophysik“ /Reincke/ bei, denn gerade gemeinsam mit ihr erforschte
er in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts jenen
bemerkenswerten Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Zeit durch
Zählen bei gleichzeitigem Überschreiten von geologischen
Störungen, also einer damit erwiesenen physiologischen
Beeinflussung des menschlichen Nervensystems durch Fernwirkungen der
Realstruktur der Erdkruste. Da Lauterbach und sein Team
gleichzeitig „signifikante Beziehungen zwischen der
Zeitwahrnehmung des Menschen und den Wetterphasen und damit der
elektromagnetischen Strahlung im Infralangwellenbereich“
/Reincke/ herstellen konnten, wurde auch in diesem Beitrag
geschlussfolgert: „Auf Grund der erforderlichen Wirkungstiefe
(ca. 4 km) kommen bei diesem Tiefenbruch - gemeint ist die
untersuchte Rostock-Gramzower Verwerfungszone - nur
elektromagnetische Strahlungen im ELF-Bereich in Frage, zumindest
müssen sie wesentlich beteiligt sein.“ Dabei wurde sich
vor allem auf den Physik-Professor H. L. König bezogen,
der im Zusammenhang mit der Wünschelruten-Forschung, siehe
weiter unten und /König/, eine maßgebliche Rolle gespielt
hat. Vielleicht sind es jedoch gerade Lauterbach´s
Kernstrahlungs-Messungen, auf die Ambronn bereits vorsichtig
aufmerksam machte, die man mit Blick auf das Wünschelruten-Phänomen
favorisieren muss.
Der noch berühmtere DDR-Astrophysiker
H.-J. Treder /Treder/ ergänzte im Rahmen der o.g.
Lauterbach-Ehrung in seinem Beitrag über das Verhältnis
von Physik im allgemeinen und Geophysik im besonderen wie folgt: „Die
Randbedingungen, die die Paläophysik im Sinne von Lauterbach
erschließt, sind die Wechselbeziehungen der Erde mit dem
kosmischen Raum durch Stoff-, Energie- und Impulsaustausch.“
Haben wir da etwa zumindest jenen ominösen „Energiefluss“
angesprochen, der bekanntlich nach anerkannten „Paläo“-Mythologien
... und neuzeitlichen Radiästheten in aller Welt im wahrsten
Sinne des Wortes zwischen Weltraum und Erde hin und her pendeln soll?
Abergläubischer, esoterischer Unsinn, der mit der physikalischen
Wahrheit (z.B. „The Whole Truth“ nach J. T. Enright
/Enright (2)/) nichts zu tun hat, wäre wohl die Standard-Antwort
vieler Naturwissenschaftler. Doch was tun, wenn sich gar eines Tages
Teilchen bzw. Quanten als Energie- bzw. Impulsüberträger
heraus stellen sollten, die unserer physiologischen Struktur trotzdem
irgendwelche Informationen aus der Umwelt einschreiben? Immerhin
haben dies seit Ambronn einige sehr ernst zu nehmende Physiker
für möglich gehalten. Dazu gehört eben auch R.
Lauterbach, der schon mal ganz bewusst dafür den
„Wünschelstab“ gebrochen hat. Es ging im Theater „Physik
und Radiästhesie“ aber noch sehr viel prominenter zu.
Finale
Um das
Wünschelruten-Phänomen zu klären:
„Man
sollte also in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
ein
Forschungsinstitut dafür errichten.“
M. Planck
Max Planck (1858-1947)
Der Begründer der
Quantenphysik, Max Planck, hatte nicht etwa eine Beziehung zur
Radiästhesie wegen des in der Esoterik so arg strapazierten
„Alles schwingt“-Prinzips. Nein, er war mit Haut und Haaren ein
Physiker mit der typischen Erfahrung, wonach alle vermeintlich neuen
naturwissenschaftlichen Erkenntnisse argwöhnisch und pingelig
bis ins Letzte erst einmal zu betrachten und zu überprüfen
sind. Nennen wir zwei derartige Grundsätze, an die sich jeder
Naturwissenschaftler zu halten hat:
1. Jede Theorie ist durch
das Experiment zu verifizieren. Tritt auch nur eine winzige
Abweichung auf, so ist sie unvollständig oder falsch. Die Natur
ist der einzig zulässige Prüfstein!
2. Das
Experiment muss - vom beliebigen Fachmann ordnungsgemäß
und kritisch ausgeführt - zu jeder Zeit und an jedem Ort zu den
gleichen Ergebnissen führen.
Würde man nun allein
diese Kriterien an beliebige Veröffentlichungen eines beliebigen
Radiästheten ansetzen, es gebe einen katastrophalen Durchfall!
Max Planck war also im Denken und Handeln sogar weit ab von
der radiästhetischen Mitte und gleich gar von den Konservativen
dieser Branche, die meinen, ungemein forsch in vergleichbaren
Angelegenheiten vorgehen zu dürfen, ja zu müssen!
Damals
wie heute ist die diesbezügliche Spaltung der Bevölkerung
leider eine unausbleibliche Folge, denn es geht ja zum Beispiel um
die Gesundheit. Das esoterische Chaos bekommen selbstverständlich
die Naturwissenschaftler mit, und die meisten von ihnen distanzieren
sich gern und schweigend. Während freilich die Verhältnisse
bei Normalbürgern eher zum Verhältnis 50 % : 50 %
tendieren, finden sich seriöse Fachleute mit Interesse für
die Wünschelrute - der Autor betont ausdrücklich „mit
Interesse“ und nicht etwa als Mitwirkende - eher im ppm-Bereich.
Somit neigt die Wissenschaft dazu, das Feld den Laien zu überlassen.
Es entsteht jener fatale Kreis-, Leer- und Überlauf, den
Gewitzte der Branche mit allerlei Skalarwellen, Neutrinopower,
Raumquanten, Wirbelfeldern, Gravomagnetismus, ... oder auch
Bioplasma, Aurawundern und Entstrahlungsgeräten nach Herzenslust
füllen.
So erscheinen der seriösen Autorität
weder Wünschelruten- noch Pendelphänomene
„wissenschaftsfähig“. Max Planck war im Jahr
1932 als Präsident (!) der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft trotzdem
anderer Meinung. Er wurde nämlich in einem öffentlichen
Rundfunkinterview („Gelehrtenfunk“/Gesprächsleiter: H.
Hartmann) gefragt, ob er noch besonders vordringliche Aufgaben
für die Gesellschaft sähe. Hier seine überraschende
Antwort, /Brüche (2)/: „Sie wissen, dass gewisse
Fragen, wie die der Erdstrahlen und der Wünschelrute, die
Gemüter recht erregen. Leider schleicht sich in die öffentliche
Behandlung dieser Fragen oft ein übles Geschäftsinteresse
ein. Man sollte also in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ein
Forschungsinstitut dafür errichten, so das öffentliche
Leben reinigen - es hat es wahrlich nötig genug! - und Fragen
klären, die eben nur mit den Mitteln der reinen Wissenschaft
geklärt werden können. Scharlatanerie haben wir gerade
genug. Freilich bestehen auch in wissenschaftlichen Kreisen einige
Bedenken dagegen, sich überhaupt mit solchen Fragen zu
beschäftigen, man sieht sie als nicht wissenschaftsfähig
an; ich denke aber anders und möchte auch da in universaler Form
forschen helfen. Kein Gebiet soll ausgeschlossen sein. Und es
entsteht nur auf diese Weise eine Beruhigung im Volke, das oft in
unverantwortlicher Weise auf diesen Gebieten beunruhigt wird.“
Die Ernsthaftigkeit dieses Standpunktes wird vom Direktor des
Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte, Prof. J.
Renn, noch durch die folgende Einschätzung unterstrichen (s.
www.mpiwg-berlin.mpg.de).: „Über den Einsatz für sein
eigenes Fachgebiet (die Physik) hinaus hat Planck als
Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft - soweit uns bekannt -
keine eigenen Initiativen zur Bearbeitung bestimmter
Forschungsgebiete oder zur Gründung neuer Institute unternommen,
jedenfalls wenn man von einer einzigen allerdings kuriosen Ausnahme
(s. oben) absieht.“ Max Planck war offensichtlich
persönlich der vollen Überzeugung, dass das
Wünschelruten-Thema vordringlich und bald auf den Prüfstand
der Physik zu stellen sei.
Leider wartete die unmittelbar
nachfolgende Geschichte dem deutschen Volke im allgemeinen und M.
Planck im besonderen mit ganz anderen Unruhen auf, und das
„Forschungsinstitut für Physik der Wünschelrute“ gehört
bis heute zum Sagenschatz der Menschheit. Doch verfolgen wir die
prominent naturwissenschaftlich geprägte Geschichte der
Radiästhesie von ihren Anfängen bis in unsere Zeiten. Es
ist nämlich gerade dieser Streifzug, der letztlich die mit
entscheidenden Indizien dafür liefert, dass am Naturphänomen
Wünschelrute tatsächlich etwas dran ist.
“Die Gegner
müssen erst aussterben,
ehe sich das Neue
durchsetzen kann.“
Albert Einstein
(Stammt das wirklich von
ihm?)
Albert Einstein (1879-1955)
In
der Zeit vom 16. Mai bis zum 30. September 2005 fand im
Kronprinzenpalais zu Berlin die Exposition „Albert Einstein
- Ingenieur des Universums“ statt (www.einsteinausstellung.de).
Man käme nicht ins Grübeln, weil dem Genie unter anderem
ein ganzer „vergoldeter Raum“ gewidmet war, wenn nicht darin eine
Wünschelrute (!) und ein zugeordneter Brief Einstein´s
an einen seiner Söhne ausgestellt worden wären, wie die
Berliner Zeitung am 30. April 2005 veröffentlichte. Darin habe
sich Einstein ausgesprochen nachdenklich zu diesem Thema
ausgesprochen. Trotz einiger Versuche gelang es dem Autor bisher
leider nicht, beim Veranstalter näheres zu erfahren. So wird
sich an dieser Stelle auf die verfügbaren Angaben im Internet
beschränkt.
Die Berliner Zeitung interpretierte die
ungewöhnliche Präsentation als „Dokumentation, wie
sich Menschen Naturphänomene erklären, für die es
keine offensichtliche Ursache gibt“. Auch die Aussteller -
unter Leitung des Max-Planck-Institutes für
Wissenschaftsgeschichte - kamen im Internet nicht in Erklärungsnöte:
Es sei halt ein Beispiel „für Alltagstheorien über
unsichtbare Kräfte“. Zudem stellte das Deutsche Museum als
Mitveranstalter eine Galerie von 17 physikalischen Messinstrumenten
aus der Zeit um 1910 zur Verfügung, die Einstein so
fruchtbar inspirierte. Offenbar nicht von ungefähr war darunter
als „moderne“ Version der Wünschelrute auch der Automatische
Quellenfinder eines Adolf Schmid, in dem als Anzeiger eine
über einer Spule aufgehängte Nadel „in der Nähe
von Wasseradern“ ausgeschlagen haben soll
(www.deutsches-museum.de). Dieses Messgerät erinnert
übrigens an das Radiodynamometer, mit dem der Physiker Paul
E. Dobler zum gleichen Zweck bis zum Jahr 1939 experimentiert
hat, worauf weiter unten einzugehen ist. Es soll an dieser Stelle
jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass der Physiker R. Bock
im Jahr 1936 solche Geräte insbesondere ob ihrer Instabilität
bei der Bestimmung kleiner Feldgrößen vernichtend
kritisiert hat /Bock/: „Ergebnisse, die irgendeinen Wert
besitzen, sind nicht erzielt.“
Fortissimo
„Wirklich
gehören nachgerade Individuen,
wie Campetti
(also Wünschelrutengänger),
eben so
gut (wie Messgeräte) zu einem
physikalischen
Cabinet.“
J.
W. Ritter
Johann Wilhelm Ritter
(1776-1810)
Bevor wir zum Thema in die Neuzeit vordringen,
müssen wir erst einmal weit zurück schauen. Die
naturwissenschaftlich ernsthafte Untersuchung des Pendel- und
Wünschelruten-Phänomens begann nämlich zumindest
bereits im 18. Jahrhundert mit dem Physiker Johann W. Ritter.
Dieser viel zu jung verstorbene Mann, nach vielen Einschätzungen
zudem die „Schlüsselfigur der Romantik“, hat sich
selbst in der Physik ein ewiges Denkmal gesetzt, indem er die
Elektrochemie sowie die Reiz- und Sinnesphysiologie begründete
und u.a. auch das ultraviolette Spektrum des Lichtes entdeckte. Nicht
auszudenken, wo wir vielleicht jetzt bereits wären, wenn dieser
geniale Mann schon die Radioaktivität gekannt hätte.
Leider
für sich zu stark vereinnahmt worden ist das Genie langjährig
auch durch J. W. von Goethe, denn Ritter
versprach Aufklärung in Sachen brennender Fragen der
Wünschelruten- und Pendel-Phänomene! Goethe´s
im Grunde unerfreuliche, weil irreführende Rolle in Sachen
Physik dürfte sich auch im Verhältnis zu dem aufstrebenden
Forscher bremsend ausgewirkt haben. Und als es darauf ankam, hat der
einflussreiche Geheimrat dem in Nöte geratenen jungen Mann nicht
einmal geholfen. Ritter glaubte jedenfalls - und damit ging er
wohl, die Physiologie betreffend, auch nicht ganz fehl - in der
Elektrizität die Erklärung vieler relevanter Effekte zu
finden. Seine entsprechenden physikalischen Experimente mit sich
selbst steigerten sich teilweise exzessiv, so dass ihn die Nachwelt
sogar als den „elektrisierten Physiker“ titulierte.
Ritter
hat aber auch selbst gependelt, was ihm ebenso Kritik von
Fachkollegen einbrachte wie bestimmte Schlussfolgerungen, die er -
nach ihrer Meinung viel zu voreilig - bei eigenen und bei
Experimenten mit dem damals berühmten italienischen Pendler und
Rutengeher Francesco Campetti zog. Und es mag so
manchem redlichen Physiker unserer Tage grauenhaft erscheinen, wenn
Ritter 1808 postuliert /Richter/: „Wirklich
gehören nachgerade Individuen, wie Campetti, eben so gut
zu einem physikalischen Cabinet, als Luftpumpe und
Elektrisirmaschine, und noch nötiger.“
Für
Esoteriker und esoterisch veranlagte Radiästheten lautet die
gute Nachricht trotzdem wie folgt: Jenes von ihnen so geliebte „Alles
schwingt“-Motto stammt aus der Feder von J. W. Ritter!
Diese für sie beinahe erotisierende Formulierung wurde ihnen
geradezu zum Leitbild aller „Erklärungen“ dessen, was man
heute in der Branche auch als das zauberhafte „Feinstoffliche“
bezeichnet. Doch wer erinnert sich schon dessen, das es der junge,
romantische und also harmoniebewusste Physiker war, dem diese
Einsicht lange vor James Maxwell (1831-1879), Heinrich
Hertz (1857-1894) und auch vor den Entdeckern der
Quantenphänomene kam, die dieses eigenartige Prinzip - freilich
unter etwas anderen Gesichtspunkten - sogar letztlich physikalisch zu
begründen vermochten.
Wahrscheinlich trugen vor allem die
elektrochemischen Selbstversuche zum frühen Tod Ritter´s
bei. Zum Glück hinterließ er rechtzeitig in den Jahren
1806 bzw. 1808 zwei in der Sache für seine Zeit bedeutende
Werke: „Die Physik als Kunst“ /Ritter (1)/ und „Der
Siderismus“ /Ritter (2)/. Romantik und starke Wünsche, die
„Pendel- und Rutenfrage“ sowie die Dualität/Polarität
der Dinge aufzuklären, geben sich darin die Hand. Der betont
konzeptionelle Status seines „Siderismus“ lässt
allerdings ahnen, dass Ritter sich noch vieles zum Thema
vorgenommen hatte. Leider kam es nicht dazu. In seinem modernen
Pendant „Kunst als praktische Wissenschaft“ geht S. Azzouni
im Jahr 2005 /Azzouni/ übrigens auch auf Ritter´s
Arbeiten ein. „Das Erz- und Wasserfühlen gehörte zum
um 1800 viel diskutierten Themenkomplex des sogenannten tierischen
oder animalischen Magnetismus.“, stellt er fest und betont
zugleich Goethe´s „deutliches, aber gleichzeitig
distanziertes Interesse“ daran. (Freilich, das ist schon wieder
eine Lüge der realitätsfremden Goethe-Verehrer und
Geschichtsfälscher, denn dieser ging einschlägig alles
andere als „distanziert“ zur Sache. Die Ausstellung
„würdigt“ übrigens diese Eigenart, indem sie Spöttern,
Kritikern und Fälschern - die sich eigentlich nur irgendwie
wichtig tun wollen - durchaus den Auftritt nicht verwehrt.)
Erinnern wir an das Wichtigste: Für Johann W. Ritter
gab es neben der Wünschelrute gleichberechtigt auch den
Siderischen Pendel. Die Bewegungen bzw. Anzeigen beider waren für
ihn ein physiologisches Phänomen. Leider wissen selbst
heute nur wenige aufgeklärte Eingeweihte, dass man somit mit
beiden „Zeigerinstrumenten“ radiästhetisch gleichermaßen
arbeiten kann. Nur die Gebrauchseigenschaften und persönliche
Neigungen machen in Wirklichkeit einen Unterschied.
Dissonanzio
Wünscheln
und Pendeln ist immerhin
„une classe particulie`re
de mouvements musculaires“
M.-E. Chevreul
Michel-Eugene
Chevreul (1786-1845)
Der französische Chemiker
Michel-Eugene Chevreul stand als Direktor des Museums für
Naturgeschichte und Mitglied der französischen und der
britischen Akademien der Wissenschaften in hohem Ansehen. Auch an ihm
sind die Romantik und der „animalische Magnetismus“ nicht spurlos
vorbei gegangen. Also beschäftigte er sich intensiv mit Pendel
und Wünschelrute. Ihm sei die Sache von Anfang an spanisch
vorgekommen, und er habe, sicher in Kenntnis der Ritter´schen
Veröffentlichungen, mit dem Physiker Andre Marie Ampere
(1775-1836) über „une classe particulie`re de mouvements
musculaires“ (eine spezielle Art der Muskelbewegungen)
korrespondiert /Bischof/. Später schrieb er ganze Bücher
zum Thema. Zu seinen Experimenten mit Pendel und Wünschelrute
unter prominenten Zeugen (u.a. A. M. Ampere) erhielt er sogar
den Auftrag der französischen Akademie der Wissenschaften. Es
ging darum, ob der Pendel (oder die Wünschelrute) an sich für
seine Bewegung zuständig ist oder ob es sich letztlich um
muskuläre, also physiologische Effekte handelt. Es kam zur
Fixierung der Pendlerhand z.B. an einer statisch sicheren Holzbank,
und siehe da, nichts ging mehr! Das war Chevreul denn nun doch
zu viel des Hokuspokus. So ist er für immer als einer der ersten
Naturwissenschaftler verbrieft, der an der Radiästhesie massiv,
weil scheinbar exakt begründet, Kritik übte. Doch indem man
den Zeiger einer Uhr fest hält, kann man nicht verhindern, dass
die Zeit weiter läuft.
Furioso
„die natürliche
Reihenfolge der Elemente und zusammengesetzten
Körper
als Resultat der Beobachtung ihrer dynamischen Wirksamkeit“
(auf den Pendel)
J. K. Bähr
Johann Karl Bähr (1801-1869)
Auch
Johann Karl Bähr war Chemie-Professor, und zwar am
damaligen Vorgänger der Technischen Universität Dresden.
Wie viele seiner Kollegen suchte er eine Ordnung, in der er die
damals bekannten Elemente und Stoffe einfügen konnte. Man suchte
etwas, was für uns heute selbstverständliche Dinge wie das
Periodensystem, die Galvanische Kette oder
Elektronenstruktur-Systematiken von anorganischen und organischen
Verbindungen sind. So verschieden wir diese einordnen und nutzen, so
wissen wir, dass die Bindungskräfte ihnen allen übergeordnet
sind, doch die Atomphysik war damals noch in den Kinderschuhen.
Immerhin ging Bähr - wie die Physik seiner Zeit (und eben
auch J. W. Ritter) - davon aus, dass Materie unbekannte,
anziehende bzw. abstoßende Kräfte „aussendet“.
Empfindliche Menschen seien in der Lage, diese radiästhetisch zu
verarbeiten, meinte auch Bähr. Damit stand er J. W.
Ritter tatsächlich sehr nahe, der diese, angeblich
charakteristische Pendelschwingungen auslösenden „Kräfte“
der Elektrizität bzw. dem Magnetismus zuzuschreiben suchte. Für
Bähr waren jedoch letztlich nicht die physikalischen
Grundlagen von Interesse, sondern eine rein radiästhetische,
also mentale Systematisierung der Elemente und Verbindungen, womit er
sich freilich auf den naturwissenschaftlichen Holzweg begab.
J.
K. Bähr sah die Lösung an sich im Siderischen
Pendel! Nach vielen Versuchen, in denen er auch die Pendeltechnik -
sein eigentliches Verdienst - weiter entwickelte, fand er nämlich
das „Winkelmaß der Dinge“, mithin den „dynamischen
Kreis“. Die „inneren Eigenschaften“ der Stoffe
hätten eine „dynamische Tätigkeit“ - ausgedrückt
im Erscheinungsbild der Pendelschwingungen, so meinte er - zur Folge.
Und so brachte einer seiner wichtigsten Lehrsätze zum Ausdruck,
dass „die natürliche Reihenfolge der Elemente und
zusammengesetzten Körper als Resultat der Beobachtung ihrer
dynamischen Wirksamkeit (auf den Pendel!)“ zu interpretieren
sei. Quantitativ drückte sich dies in der Winkelzuordnung in
seinem Dynamischen Kreis aus. Bähr tat dies gründlich,
wenn auch nur mit den zu seiner Zeit bekannten Elementen - Isotope
waren übrigens noch kein Thema - und bedeutsamen Verbindungen.
Zudem wusste er mit der „Polarität“ umzugehen, und er
ordnete sie sogar den verschiedenen Körperregionen zu. Somit hat
die biologisch-medizinische Pendel- und Wünschelruten-Applikation,
zumindest insoweit es die Diagnostik in ihren inzwischen weit
verzweigten Spielarten berührt, in ihren Wesenszügen diese
historische Quelle, obgleich noch einmal hier unbedingt ein Vorgänger
zu nennen ist: Johann Wilhelm Ritter.
Wenn sich die
Naturwissenschaften später auch völlig anders orientierten,
so kommt doch Johann K. Bähr insbesondere mit seinem Buch
„Der dynamische Kreis“ /Bähr/ das Verdienst zu, die
gesamte moderne Pendelsparte der Radiästhesie begründet zu
haben. In der Ausstellung wird dies unter anderem dadurch gewürdigt,
dass die gebräuchlichen Pendelskalen, Pendeltabellen,
Pendelteil- und Pendelganzscheiben auf nichts anderes als Bähr´s
Dynamischen Kreis zurück geführt werden können. Heute
bearbeiten einschlägige „Experten“ quasi alles, was man sich
zwischen Materiellem bis Spirituellem nur so denken kann, und „Große
Pendelbücher“ enthalten Hunderte von Themenkomplexen.
Stets gilt das gleiche (digitale) Schema: Ich frage, und die Antwort
lautet „Ja“ oder „Nein“. Aber aufgepasst, hat den Bähr
die Wahrheit gefunden?
Gemäß seinem Denkansatz
haderte Bähr beim Pendeln bald zeitweise mit sich selbst.
Irgendwie spürte er, dass seine Hände und Arme am
Pendeleffekt beteiligt waren, was er jedoch für unzulässig
befand. Auch er wollte die Pendeltechnik vom vermeintlich subjektiven
Einfluss frei machen! So findet man in seinem Buch genaue Zeichnungen
von mehrfach verbesserten Holzgestellen, die die Hand bzw. den Finger
fixieren sollten. Hätte er bei seinem berühmten
französischen Kollegen und Mitglied mehrerer Akademien der
Wissenschaften M.-E. Chevreul aufmerksamer nachgelesen (er
muss dessen Arbeiten gekannt haben!), der Bähr´s
Thema z.B. in /Chevreul/ schon früher und wesentlich
kritischer abgehandelt hatte, so wäre ihm sicher einiges
erspart geblieben. Bähr´s hochbeinige
Vorrichtungen, zudem auf der Grundlage von Holzleisten ausgeführt,
erfüllten nämlich - von ihm letztlich unbemerkt - nicht die
gestellten Anforderungen, und so konnte er wenigstens unbeschwert
seine Arbeiten fortsetzen ...
Der Wünschelruten-Ausstellung
verhalf dies zu einem Demonstrationsmodell. Mit Unterstützung
eines geschickten Tischlers wurden Bähr´s
Pendelgestelle exakt nachgebaut. So kann man sich selbst davon
überzeugen, dass die Fixierung auf diese Weise nicht ganz
möglich ist. Erst wenn man den Pendel an einem absolut stabilen
Punkt befestigt - etwa an einem Stahlbügel, der in der
Ausstellung an einem Tisch mit verstellbaren Füssen
angeschraubt ist - gelingt dies. Allerdings herrscht dann auch für
alle Zeiten Ruhe. Da kann man im Finger-Kontakt mit dem Pendelfaden
noch so viel „Denkarbeit“ leisten, „Feinstoffliches“
verspritzen, beten oder Zaubersprüche deklamieren: Der
Siderische Pendel steht wie bei M.-E. Chevreul absolut still!
Damit ist Johann Karl Bähr zwar (wohl eher
versehentlich) scheinbar weiter als Chevreul gekommen, doch
geriet er nun erst recht auf Glatteis. Er wurde im Laufe der Jahre
sogar seines totalen Irrtums überführt, denn es gibt keine
äußere Kraft „an sich“, die - von den Dingen ausgehend
- den Pendel bewegt!! Während ungezählte nachwachsende
Radiästheten dies bis heute immer noch nicht mitbekommen haben,
könnten jetzt eigentlich aufmerksame Leser eine Krise bekommen,
doch sollten sie sich das lieber für später aufheben.
Wir
konstatieren einstweilen, dass Johann K. Bähr eben kein
„Periodensystem aller damals bekannten chemischen Elemente und
zusammengesetzten Substanzen“ aufgestellt hat, wie M.
Bischof /Bischof/ jüngst schon wieder missverständlich
formulierte. Vielmehr hat er lediglich ein mentales
Beziehungsschema der Stoffe entwickelt, das allerdings niemals
eine naturwissenschaftliche Bedeutung hatte und das zudem jeder
andere Pendler im Doppelblindversuch völlig anders aufstellen
würde. Wetten, dass??
Oder sagen wir es anders: Der
mentale Beziehungstest mit Pendel, Wünschelrute oder auch ohne
Hilfsmittel ist selbst bisher noch nie naturwissenschaftlich
haltbar überprüft worden. Vor diesem Scharfrichter könnte
er sich nämlich eines Tages als Luftnummer erweisen. Warnend in
diesem Sinne hebt sich deshalb das erschütternde Ergebnis des
„Pendelversuchs von Lichtenwalde“ ab, der fast nebenbei und als
„Schatzsuche“ getarnt in der „Ersten Wünschelruten-Ausstellung
der Welt: Physik und Radiästhesie“ ablief
(www.drhdl.de).
Gelassenheit
“und es hat sich
neben manchem Versagen
eine stattliche Reihe von
Tatsachen
zugunsten der Wünschelrute ergeben“
E. Haschek und K. F. Herzfeld
Physiker
aus Wien und München melden sich zu Wort
Wechseln wir
den Schauplatz und gehen vor ins Jahr 1919, und zwar ins
Physikalische Institut der Universität Wien, wo die Herren E.
Haschek und K. F. Herzfeld soeben in den „seit
längerer Zeit hin und her wogenden Kampf der Meinungen über
das Phänomen der Wünschelrute“ mit einer Pro-Meinung
eingriffen. Sie waren nämlich tief beeindruckt, denn „Im
verflossenen Kriege (gemeint ist der 1. Weltkrieg) nun kam die
Wünschelrute zu intensiver Verwendung und es hat sich neben
manchem Versagen eine stattliche Reihe von Tatsachen zugunsten der
Wünschelrute ergeben ...“ - militärische Anwendungen
der Wünschelrute sind übrigens ein Thema der
Wünschelruten-Ausstellung - und sie wollten der Sache tiefer auf
den Grund gehen. Sie fanden im Bergrat Dr. Waagen, dem
Chefgeologen (!) der Geologischen Reichsanstalt in Wien, einen
„geübten und sehr empfindlichen Rutengänger“.
Die beiden Physiker betonten selbstverständlich in ihrer
Veröffentlichung im Jahr 1921 /Haschek, Herzfeld /, dass
sie sich bei ihren Untersuchungen nur auf die physikalische Seite der
Angelegenheit bezogen hätten. Aufgrund auch von Experimenten mit
Faradayschen Käfigen glaubten sie immerhin, mit dem
elektrostatischen Feld einen Ansatz für „eine physikalische
Theorie der Wünschelrute“ gefunden zu haben. Sie gingen
aber in gedämpfter Euphorie beileibe nicht so weit wie 15 Jahre
später P. E. Dobler, der sich gleich am Ziel
wähnte.
Aufruhr
Er habe in der Hand die
„Lösung des Problems der Wünschelrute“
P. E. Dobler
Paul E.
Dobler
Mit einem vielsagenden Satz - “Von jeher hatte
ich großes Interesse für die Wünschelrute und
verwandte Erscheinungen.“ - leitete Paul E. Dobler das
letzte seiner einschlägigen Bücher ein /Dobler (4)/,
welches er habe drucken lassen müssen, weil die offenbar von
allen guten Geistern verlassene Schriftleitung der „Zeitschrift für
Wünschelrutenforschung“ seinen eingereichten Aufsatz nicht (!)
habe annehmen wollen. (So fragt man sich mit Recht, was dann in
diesem Organ veröffentlicht worden ist.)
Und doch
glaubte er wie kein Physiker vor ihm und bis heute keiner von ihnen
nach ihm die „Lösung des Problems der Wünschelrute“
/Dobler (2)/ in der Hand gehabt zu haben.
Seine Dissertation
im Jahr 1906 an der Universität Tübingen zum Thema „Über
die Sekundärstrahlung, welche entsteht, wenn die beta-Strahlung
des Radiums dünne Metallschichten treffen, und den Zusammenhang
zwischen Geschwindigkeit der primären Strahlung, Schichtdicke
und Intensität der Sekundärstrahlen“ /Dobler (1)/ weist
ihn nicht nur als absolut ernsthaften Naturwissenschaftler bzw.
fachlichen Zeitgefährten von Max Planck und Albert
Einstein aus, sondern auch als einen der Pioniere der
unmittelbaren Kernstrahlenforschung, gewissermaßen zwischen
Marie Curie (1867-1934) und Ernest Rutherford (1871-1937).
Endlich sei es gelungen, meinte also sinngemäß P.
E. Dobler im Jahre 1934 /Dobler (2)/ und veröffentlichte
mit der ganzen Wucht eines seinerzeit in der Physik angesehenen
Studienrats, der sich zugleich im Umgang mit der Wünschelrute
auskannte, das Buch „Physikalischer und photographischer Nachweis
der Erdstrahlen“ mit dem vielsagenden Überschriften-Zusatz
„Lösung des Problems der Wünschelrute“. Das
Schriftgut der Bayerischen Staats-Bibliothek München verzeichnet
zudem in seinem Bestand das gedruckte Manuskript eines Vortrages
/Dobler (3)/, den Dobler am 12. Juni 1936 vor dem
Forschungsdienst des Reichsnährstandes in Feuchtwangen zum Thema
„Natürliche elektrische Wellen (Erdstrahlen) und ihre
Einwirkung auf den lebenden Organismus“ hielt.
Mit Bezug
auf Dobler´s Gesamtwerk zum Wünschelruten-Thema
vermerken wir gewissermaßen formal einstweilen seinen letzten
Willen:
Erdstrahlen = elektrische Wellen.
Leider
(oder selbstverständlich?) ist auch dieses für die
radiästhetische Branche möglicherweise so fundamentale
Gesamtwerk vielfach einschlägig unbekannt, weil Radiästheten
nicht recherchieren und - wenn schon - so sicher weil weitgehend
unverstanden (vielleicht mit Ch. Rohrbach als seltener
Ausnahme, dessen bemerkenswerter Auftritt auf der radiästhetischen
Bühne die Ausstellung ohnehin bereichert), denn Dobler
arbeitete und veröffentlichte exakt und nachvollziehbar, also
wie es sich für einen Physiker gehört. Das gilt
uneingeschränkt für alle seine Veröffentlichungen bis
zum Jahr 1936. Zu diesem Zeitpunkt war er offenbar von der
Objektivität des Wünschelruten-Effekts derart überzeugt,
dass er zumindest für sich die mit „physiologische
Reaktion“ umschriebene Wünschelruten-„Messung“ /Dobler
(3)/ als gleichberechtigt mit der Anzeige eines technische
Instrumentes wertete. (Wir erinnern an Ritter, der den
Rutengänger und Pendler „Campetti, eben so gut zu
einem physikalischen Cabinet“ gehörig wie typische
Laboreinrichtungen befand.) So hantierte Dobler - aber eben
nur teilweise (!) - mit Unterstützung der Wünschelrute, um
z.B. „Messungen“ über Wasseradern mit seinen
Radiodynamometern und Blattinterferometern „sehr rasch und
sicher“ zu gestalten /Dobler (4)/.
Doch zunächst
legte Dobler, rein technisch-physikalisch orientiert, über
radiästhetisch gemuteten Wasseradern z.B. Fotoplatten aus, die
insbesondere im lichtdicht verpackten Kontakt mit Aluminium verstärkt
geschwärzt worden sind, was an „neutralen“ Stellen nicht
geschah. Indem er die Metallstreifen in Form einer Lecher-Leitung
zurecht schnitt und an den Fotoplatten anbrachte, gelang ihm
angeblich sogar die Bestimmung der Wellenlänge einer
elektromagnetischen Strahlung „zwischen Ultrarot und kürzesten
Hertz´schen Wellen“ (also vor allem Millimeter-
bis Dezimeterbereich), das heißt, einer örtlich verstärkt
auftretenden natürlichen Mikrowellenstrahlung, die er mit den
gesuchten „Erdstrahlen“ identifizierte. Dieser Nachweis, so
führte er ziemlich glaubhaft vor, sei ihm auch mit anderen in
der Physik anerkannten Messverfahren gelungen. Er grenzte sich sogar
noch eingangs seines Buches im Jahr 1939 unmissverständlich
gegenüber rein radiästhetischen Ansätzen ab /Dobler
(4)/: „Während Wüst - er und andere
herausragende Radiästheten kommen in der Ausstellung zu Wort -
seine Untersuchungen mit Hilfe der Wünschelrute ausführte,
also subjektive Feststellungen machte, wies ich das Vorhandensein der
Strahlung durch photographische Aufnahmen objektiv nach ...“
Um
den Anregungsmechanismus der fotochemischen Reaktion seiner „neuen
Strahlung“ durch die Leichtmetalle Al und Mg zu erklären,
bemühte Dobler sogar die Radioaktivität. Auf
den Seiten 47/48 seines ersten Buches /Dobler (2)/ argumentierte er
nämlich überraschend wie folgt: “Die neuesten
Untersuchungen machen wahrscheinlich, daß bei meinen Versuchen
künstliche Radioaktivität die vermehrte Schwärzung
verursacht. ... Aluminium ist schon an sich schwach radioaktiv und
diese Radioaktivität wird durch Bestrahlung verstärkt. ...
Es liegt die begründete Vermutung nahe, daß diese
verstärkte Schwärzung auf künstliche Radioaktivität
zurückzuführen ist, daß künstliche
Radioaktivität nicht nur durch Polonium-α-Strahlen, sondern
auch durch Erdstrahlen erzeugt werden kann.“
Gemäß
seinem Dissertationsthema kannte er sich ja gerade darin bestens aus.
Allerdings meinte er nicht etwa eine erhöhte - etwa an die
Wasserader gebundene - natürliche radioaktive Primärstrahlung,
die er ja hätte ebenfalls als die eigentlichen „Erdstrahlen“
bestimmen können, sondern ordnete dem Phänomen lediglich
eine Vermittlerrolle zu: „An Stelle des α-Teilchens kann ein
anderer Impuls, eine elektromagnetische Welle, z.B. die neue
Strahlung, auftreffen und durch Resonanz eine Atomzertrümmerung
herbeiführen. So ist zu erklären, daß bei meinen
Versuchen die Schwärzung verstärkt wird, wenn das auf der
photographischen Platte liegende Aluminium von elektromagnetischen
Wellen zwischen Ultrarot und kürzesten Hertz´schen
Wellen, z.B. der Strahlung bewegten Wassers oder anderer unterirdisch
oder oberirdisch vorkommender Stoffe, getroffen wird.“
Damit
war die Katze jedenfalls aus dem Sack, und die Kritik ließ
nicht lange auf sich warten. Kein geringerer als der Berliner
Chemieprofessor M. Trenel meldete sich gegen Dobler
bereits im Jahr 1935 /Trenel/, gleich vier Mal in renommierten
wissenschaftlichen Zeitschriften zu Wort. Seine Quintessenz betraf
die chemische Einwirkung des Aluminiums auf die lichtempfindliche
Schicht (was ja schließlich jeder „Amateurphotograph“
wisse, wie er meinte). Die Schwärzung habe „insbesondere
mit einer Eigenstrahlung des Aluminiums nichts zu tun“, hieß
es bei ihm. Zusammenfassend lautete dann das vernichtende Urteil der
grauen Eminenz: „Die Behauptung Doblers über den
objektiven Nachweis von `Erdstrahlen` und damit über die Lösung
der Wünschelrutenfrage müssen danach als irrtümlich
bezeichnet werden. Herr Dr. Dobler hat nicht den objektiven
Nachweis einer über Quellen erhöhten Gamma-Strahlung, wohl
aber den einer größeren Erdfeuchtigkeit über Quellen
(These 1) geführt.“
Disput und
Gegendisput förderten Denkwürdiges hervor. Trenel
brachte die „Erdfeuchtigkeit über Quellen“ nicht etwa
als Spott ins Spiel. Nein, er meinte es im wissenschaftlichen Sinne
sehr ernst, und legte später nach: „Die von Dr. Dobler
beschriebene Erscheinung hängt eindeutig von der Gegenwart der
Feuchtigkeit ab; bei Berührung des blankgeritzten
Aluminiumblechrandes mit der lichtempfindlichen Schicht wird der
Effekt außerordentlich verstärkt. ... Der Grad der
Schwärzung hängt ab von dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens
... Die Einwirkung der Gammastrahlung und der chemische Effekt des
Aluminiums zeichnen sich klar als zwei verschiedene Vorgänge
nebeneinander ab.“ Gemäß seinem Kredo gelangte somit
die über der Wasserader verstärkte Bodenfeuchte über
dadurch erhöhte Luftfeuchte zum Aluminium in der Probe, um dort
fotochemisch aktives H2O2 zu erzeugen. Die
vermeintliche örtliche Gammastrahlung hat er offenbar gar nicht
untersucht, denn sie war ja definitionsgemäß ein „anderer
Vorgang“. Jetzt gelangte allerdings auch der Kater aus dem
Sack, oder besser, Trenel setzte sich selbst an die Luft. Um
den Sieg letztendlich davon zu tragen, lautete die letzte
Schlussfolgerung der Zusammenfassung seiner Forschungsergebnisse
(These 2): „Die Schwärzung der Platten über der
`Wasserader` ist die gleiche wie an den Stellen, die 50 m davon
entfernt sind.“ Der Leser überzeuge sich selbst, die vom
Autor hervor gehobenen Eingangs- und Ausgangshypothesen (Thesen 1 und
2) nach Trenel widersprechen sich selbst zu 100 %. Zudem
entgegnete Dobler dem widersprüchlichen Professor
unmissverständlich: „Erdstrahlen sind keine Gammastrahlung
sondern elektromagnetische Millimeter- bis Dezimeterwellen.“
Trotzdem wurde Trenel´s Argumentation ab sofort
wiederholt ins Feld geführt, und das übrigens in typischer
Manier ganz besonders von den bisher auffälligsten Kritikern O.
Prokop und W. Wimmer /Prokop, Wimmer/. Es kam aber für
Dobler und die Wünschelruten-Frage viel schlimmer.
Wir
können keinesfalls vorderhand einschätzen, was für das
Schicksal von Paul E. Dobler und seiner Ideen der wirkliche
Super-GAU war, doch ging zumindest eine gefährliche Ladung hoch
als Dobler der Preußischen Geologischen Landesanstalt am
2. Mai 1934 von einem angeblichen, mit der Wünschelrute (!)
entdeckten Erdölvorkommen detailliert berichtete. Der Bescheid
vom 26. Oktober 1935 war eine unmissverständliche Drohung
/Dobler (4)/: „Wir empfehlen Ihnen dringend größere
Zurückhaltung bei Behauptungen über angebliche Erdölfelder.
Insbesondere verwahren wir uns gegen Ihre Angabe, die sie aufgrund
einer geophysikalischen Methode derartige Feststellungen
gemacht haben. Das ist eine Irreführung, gegen die wir unter
sinngemäßer Bezugnahme auf den Ministerialerlaß III
4527/35 (Warnung vor unbrauchbaren phantastischen Erfindungen dieser
Art) Stellung zu nehmen verpflichtet sind.“ Da wir den Inhalt
von Dobler´s Zuarbeit nicht kennen und auch nicht
wissen, ob die Geologen in den 1,5 (!) Jahren, die zwischen
Kriegserklärung und Friedensangebot mit vorgehaltener Waffe
vergingen, an bezeichneter Stelle sicherheitshalber gebohrt haben,
halten wir uns ans Schwarz-Weiße. „Geophysikalische
Methode“ und „Irreführung“ können ja
einerseits nur eine Art von Adelung der Wünschelrute (wenn auch
sicher ungewollt) und andererseits eine zusätzliche Kampfansage
der Gegenseite an die scheinbar unschuldige Geophysik bedeuten.
Ja,
wer wollte hier eigentlich wirklich den Krieg? Göring und
Co. wollten das, und das andere spielte sich nur im Wasserglas ab!
Gegenüber der etablierten geologischen Wissenschaft geriet P.
A. Dobler somit unrettbar ins Hintertreffen, wie seine Kommentare
klar zum Ausdruck bringen: „Es kommt anscheinend bloß
darauf an, wie man etwas findet, nicht daß man das
Vorhandensein nachweist.“ Sowie „Etwas Neues ist höchst
verdächtig und muß unterdrückt werden.“
Und
das braune Teil-Schicksal nahm seinen Lauf. Der in die Enge
getriebene Paul E. Dobler hofierte überproportional - wie
bald Millionen von Deutschen - dem „Ministerpräsident“
Göring, der schließlich alle Erfinder gefordert
habe, „ihre Kräfte zur Verwirklichung des
Vierteljahresplanes anzuspannen“: Schrieb´s und
verschwand für uns aus der Geschichte der Radiästhesie mit
diesem Satz: „In diesem Sinne (planmäßiges
physikalisches Forschen) habe ich mich bemüht und so bitte
ich die vorliegende Ausführungen als einen kleinen Beitrag
hinnehmen zu wollen.“ Sein Abgang ist allerdings nur scheinbar,
denn er hinterließ immerhin (und so haarscharf an der
Kernstrahlung vorbei) mit seinem Gesamtwerk die durch seine
jahrelange physikalische Forschung gestützte Aussage, dass der
Boden unter unseren Füssen „starke biologische Wirkungen“
hervor bringt, die z.B. über Wasseradern „unwillkürliche
Muskelbewegungen“ verursachen und die „Ausschläge der
Wünschelrute und ähnlicher Geräte veranlassen“
/Dobler (1), (3) und (4)/. Welcher seriöse Physiker hat sich
vor und nach ihm schon so weit aus dem Fester gelehnt? Und dass die
Mediziner - hier auch mit Blick auf den weiter unten H.-D. Betz
und H. L. König gewidmeten Abschnitt - nicht
etwa behaupten, nichts von diesen Forschungsergebnissen gewusst zu
haben! P. E. Dobler hat 1934/35 mehrfach in der Zeitschrift
„Fortschritte der Medizin“ referiert.
Nebenbei bemerkt sei
zudem folgende Äußerung von ihm /Dobler (1)/: „Wenn
verlangt werden sollte, dieses Sinnesorgan (das Auge) zu
biophysikalischen Messungen nicht zu verwenden, dann muß man
mit dem gleichen Recht darauf bestehen, dass alle optischen Messungen
(in der Physik) ohne Zuhilfenahme des für Lichtstrahlen
vorhandenen Sinnesorgans, d.h. mit verbundenen Augen gemacht werden.“
Na, das wäre etwas, wenn neuerdings Nobelpreise für
Entdeckungen in der Laser-Physik ausschließlich nur dann
vergeben würden, wenn der Forscher nachweislich blind zu Werke
gegangen ist. War das nur ein Scherz, ein Ausrutscher? Nein, hier
brachte jemand ein ernsthaftes Argument auf den Weg gegen die im
wahrsten Sinne des Wortes blindwütige Behauptung vieler
Kritiker, der Wünschelrutengänger orientiere sich beim
Feststellen von „Erdstrahlen“ an der Umgebung. Genau diese
ominöse These verführte ja 50 Jahre später sogar die
(solcherart in die Enge getriebenen?) Physik-Professoren H.-D.
Betz und H. L. König, siehe unten, zu jenen fatalen
Experimenten mit verbundenen Augen abgedeckten Ohren.
Vorsicht
“Manche
Wissenschaftler zucken schon bei der gesprächsweisen
Erwähnung der Wünschelrute zusammen.“
Ernst Brüche
Ernst Brüche
(1900–1985)
Der Physiker Ernst Brüche ging als
einer der Wegbereiter der Elektronenoptik und der
Elektronenmikroskopie, wofür er beinahe den Nobelpreis erhalten
hätte, in die Physik- und Technikgeschichte ein. Der damalige
Vorsitzende der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, C.
Ramsauer, berief ihn gemäß Angaben in der Zeitschrift
„Physikalische Blätter“ (Heft 1, 1944, Seite 1) zum Leiter
der neu gegründeten Informationsstelle Deutsche Physiker. In
dieser Funktion ist E. Brüche zudem bekannt geworden als
Gründer und langjähriger Herausgeber der Fachzeitschrift
„Physikalische Blätter“, dem Organ der Deutschen
Physikalischen Gesellschaft, und er hat zahlreiche Fachbücher
bzw. fachhistorische Werke geschrieben. Dazu gehört (!) auch das
1962 in Basel veröffentlichte Buch „Zur Problematik der
Wünschelrute“ /Brüche (1)/.
Nun muss man sich
fragen, weshalb ein so angesehener Physiker und organisatorischer
Wegbereiter einer neuen deutschen Physik in schweren Zeiten
ausgerechnet dieses, auch unter seinen damaligen Kollegen vielfach
verpönte Thema aufgegriffen hat. Und er hat das überaus
gründlich getan, wie zum Beispiel sein zweiteiliger
Review-Beitrag in der Zeitschrift „Naturwissenschaftliche
Rundschau“ beweist /Brüche(2)/. Die wahren Gründe gilt es
vielleicht noch zu ermitteln, doch hat Brüche in seinem
einschlägigen Buch /Brüche (1)/ auf Versuche hingewiesen,
die er bereits um 1930 „in einem Berliner Forschungsinstitut ...
mit Wünschelrutengängern in großen
Drahtnetz-Kondensatoren bei erheblichen Gleichspannungen
durchgeführt“ habe. Er hatte also nachweislich und
unmittelbar das Erbe von Max Planck angetreten.
Insofern
lässt sich die Motivation zu o.g. Übersichts-Beiträgen
erklären. Hier zwei Zitate daraus /Brüche(2)/:
“Der
Referent (also Brüche) hält es auf Grund der
Durchsicht des vorliegenden Materials nicht für unmöglich,
daß hinter den Beobachtungen und Behauptungen der Sensiblen und
ihrer Anhänger ein Körnchen Realität steckt. Dieses
Körnchen zu finden, soll der Überblick behilflich
sein.“
“Der Leser wird bemerken, daß der
Verfasser trotz seiner nicht grundsätzlich negativen Einstellung
weit davon entfernt ist, Anhänger der von den
Wünschelrutengängern, Pendlern und Erdstrahlenfachleuten
vorgebrachten Meinungen zu sein. Sollte er etwa auf Grund dieses
Berichtes als Kronzeuge für Wünschelrute und Pendel von
Interessenten zitiert werden, so würde das heftigen Protest
hervorrufen und ihn auf die Seite der zahlreichen Wissenschaftler
bringen, die die Diskussion über diesen Gegenstand als unmöglich
ablehnen.“
Die oben zitierte Stellungnahme von M.
Planck zum Wünschelruten-Thema hat 20 Jahre später
Brüche zudem markant und verantwortungsbewusst wie folgt
ergänzt /Brüche (3)/: „Es ist ohne Zweifel: Die
Diskussion wird wohl kaum zur Ruhe kommen, bevor nicht von einem
anerkannten physikalischen Institut einwandfreie Untersuchungen
durchgeführt worden sind, gegen die keine Einwände mehr
erhoben werden können.“
Wir zitieren hier E.
Brüche, obgleich die Schriftleitung der
„Naturwissenschaftlichen Rundschau“ eingangs seiner zwei Beiträge
ausdrücklich betonte, dass „jedes Herausnehmen von
einzelnen Abschnitten oder gar einzelnen Sätzen aus dem
Zusammenhang“ unzulässig sei, weil für den „Leser
solcher Fragmente ein falsches Bild“ entstehen könnte. Der
Referent habe versucht, „unbefangen aus der Sicht des vorsichtig
beobachtenden und abwägenden Experimentalphysikers Übersicht
zu gewinnen.“ Man hatte nämlich berechtigte Sorge, dass
„Äußerungen des Berichters falsch ausgelegt oder gar
propagandistisch verwertet“ werden könnten. Die
Extremisten sind ja bis heute nicht ausgestorben, und die Gefahr ist
von der Redaktion real an die Wand gemalt worden: Die einen -
esoterisch verbrämte Radiästheten - missbrauchen in ihrer
fachlichen Beschränktheit notfalls jeden Begriff, den die Physik
je geprägt hat, die anderen - vor allem herrschsüchtige
Kritiker aus dem gesamten Intelligenzspektrum - verdammen unsachgemäß
oder manchmal böswillig nicht nur den um Aufklärung
bemühten Referenten, sondern gleich ganze Zeitschriften mit
ihren Schriftleitungen, in denen er veröffentlicht. Die
Redaktion hatte also allen Grund, für sich selbst Sperrfeuer zu
legen.
In der Wünschelruten-Ausstellung muss man Ernst
Brüches einschlägiges Votum - trotz aller seiner selbst
bestimmten Einschränkungen zur eigenen Position - als
historischen
Pro-Meilenstein würdigen. Erstmals tritt
nämlich eine Autorität in die umstrittene Arena, so stellte
Brüche u.a. in /Brüche(3)/ fest: „Wir
unternahmen eine Streife durch das sumpfige Gebiet der Wünschelrute.“
Durch seine Autorität und die hohe Ansprechkraft der Zeitschrift
„Naturwissenschaftliche Rundschau“ konfrontierte er die gesamte
Fachwelt zumindest im deutschsprachigen Raum zu diesem umstrittenen
Thema. Und nur so kann man die volle Tragweite seiner
Schlussfolgerungen in oben genanntem Beitrag richtig bewerten, die
hier ebenfalls auszugsweise zu zitieren sind:
“Aber es
sind heute bereits einige festere Punkte erkennbar, die zu zeigen,
sich der Referent zur Aufgabe gemacht hatte.“
“Die
Einstellung des Referenten zu den physikalischen Fragen ist
abwartend. Es scheint ihm, daß der Anregung von Planck,
eine sorgfältige Untersuchung der Ansatzpunkte so sonderbarer
Vorstellungen und Behauptungen vorzunehmen, bis heute noch nicht in
genügendem Maße entsprochen worden ist.“
“Aber
es scheinen doch Ansatzpunkte besonders auch von der Seite der
meteoro-pathologischen Erscheinungen sichtbar zu werden, die Zweifel
an der Richtigkeit einer weiteren, radikal ablehnenden Einstellung
wecken.“
Dabei stützte sich der Referent auf
zahlreiche elektrische und magnetische Anomalien, die dort von
verschiedenen Autoren gemessen worden sind, wo die Wünschelrute
im Gelände ausschlug, übrigens ein wichtiges Thema der
Wünschelruten-Ausstellung.
Hat er sich auch mit der
Ortsabhängigkeit der natürlichen Radioaktivität über
den „Störzonen“ der Rutengänger beschäftigt? Ja,
das hat er mit Bezug auf eine ziemlich alte Quelle, die man jedoch
selbst aus heutiger Sicht wie oben getan als sehr zuverlässig
einstufen muss. Es heißt bei Brüche /Brüche
(2)/: „Ambronn hatte schon 1919 mitgeteilt, daß
sich gewisse Reaktionsstreifen eines Rutengängers mit Linien
erhöhter Radioaktivität deckten, die geologischen
Störungslinien entsprachen.“ R. Ambronn und seine
radioaktive „Emanation“ bzw. „durchdringende Strahlung“
waren also durchaus ein Thema, doch warum wurde hier nicht
nachgehakt? Bei Brüche findet man immerhin eine
Erklärung: „Wie allerdings für den Rutengänger
die geringe, aus dem Boden tretende Menge, die jeder Lufthauch
verweht, wirksam werden soll, ist schwer verständlich.“
Unbedingt zu erwähnen ist jedoch Brüche´s
„Hypothese der Interferenzen“ (ab Seite 115 in /Brüche
(1)/), drückt sie doch aus, dass er ernsthaft um einen
physikalischen Ansatz bemüht war, um sich der
„Reizstreifen“-Frage im streng feldtheoretischen Sinne zu nähern.
Dieser Überlegung hat sich - leider aus der Sicht des Autors -
kein Physiker danach mit der nötigen Konsequenz vertiefend bzw.
experimentell angeschlossen. Immerhin kam Brüche bereits
anhand seiner Gedankenexperimente zu dem Schluss, dass die Strahlung
(wenn überhaupt) von unten, also aus der Tiefe der Erde
unterhalb des Objekts kommen müsse, das zur
radiästhetischen Anzeige oberhalb führt. Dies unterstreicht
E. Brüche in den „Schlussbemerkungen“ seines
einschlägigen Buches /Brüche (1)/ im Jahr 1962 wörtlich
wie folgt: „Zu der anschließenden Frage der Wirkung vom
Boden aus auf den menschlichen Organismushaben einige kardiologische
Untersuchungen (Beck) einen Beitrag gebracht.“ Indem er
die im Abschnitt „Geosensibilität und Meteorobiologie“
ausführlich zitierten Arbeiten des damaligen (in den Jahren um
1956) Chefarztes des Bayreuther Städtischen Kinderkrankenhauses,
des Kardiologen Dr. F. A. Beck, an dieser Stelle noch einmal
hervor hebt, spricht er bewusst an, auf was die Radiästhesie mit
dem Begriff der „Erdstrahlen“ schon lange und als erste
aufmerksam gemacht hat, nämlich die möglicherweise
verheerenden pathogenen Wirkungen terrestrischer
Hintergrundstrahlungen. Der Autor und die Wünschelruten-Ausstellung
wollen deshalb darauf aufmerksam machen, dass die über
Jahrhunderte überwiegend polemisch geführte
Auseinandersetzung eigentlich zu nichts geführt hat. Vielmehr
ist damit eine Chance vergeben worden, die bereits Max Planck
nutzen wollte.
Brüche selbst drückte sich
insgesamt äußerst vorsichtig, jedoch nicht ablehnend aus.
Der Zweck der Übung wäre verfehlt, wollte man gerade ihm
einen amüsanten Ausflug in paranormale Welten unterstellen.
Nein, seine umfangreichen Recherchen, eigene Experimente, sogar mit
einem selbst entwickelten Wünschelruten-Phantom und anderen
technischen Instrumenten, sowie ausführliche Berichterstattung
beweisen die Ernsthaftigkeit, mit der er als Naturwissenschaftler
einen wichtigen Schritt weiter als Max Planck - und doch in
dessen Vermächtnis - gegangen ist.
Dabei war sich E.
Brüche dessen bewusst, dass er in jenem „Sumpf“
herumfischte, den bereits beachtliche Kollegen vor ihm mit
wechselndem Erfolg durchwühlt hatten (und in den man nach des
Autor´s Meinung inzwischen wieder völlig sinnlos über
alle Ohren abgetaucht ist). So griff 1932 der bekannte Professor
Walther Gerlach in die Diskussion um die leidige Frage der
„Entstrahlung“ ein /Gerlach/, die ihm zumindest in seinem
süddeutschen Raum langsam auf die Nerven ging. Er stellte
Versuche im Physikalischen Institut der Universität München
an, um sogenannte Abschirmapparate zu testen, die in großer
Zahl selbst in öffentlichen Einrichtungen installiert worden
waren. Drei Radiästheten mühten sich in oberen Stockwerken
des Instituts ab, um nach einem abgestimmten Programm von ihnen
festgelegte Gerätepositionen in unteren Etagen im „Blindversuch“
zu testen, die zuvor die von ihnen mit einer Genauigkeit von +/- 3 cm
(!) gemuteten „Kreuzaderstellen besonders großer
Intensität und Gefährlichkeit“ entschärfen
sollten. Und sie meldeten hurtig, dass die „krank machende
Strahlung“ bei wiederholter Mutung tatsächlich
verschwunden sei, nachdem sie gutgläubig meinten, man habe ein
Stockwerk tiefer an vorbestimmter Stelle das Entstrahlungswunder
hingestellt. Die biederen Rutengänger hatten aber nicht mit den
cleveren Assistenten des Professors gerechnet. Diese schafften
nämlich heimlich die Gerätschaften einfach aus dem
Institutsgebäude hinaus und lachten sich ins Fäustchen. Da
hatten wieder einmal Überdrehte und von sich zutiefst Überzeugte
Rutengänger der Radiästhesie einen Bärendienst
erwiesen. Der berechtigte Kommentar von W. Gerlach: „Ich
bin zwar nicht so optimistisch, zu glauben, daß ihre
Veröffentlichung (die der Versuchsergebnisse) dem
Schwindel ein Ende macht; aber ich hoffe, daß sie als die immer
wieder gewünschte Äußerung und objektive Nachprüfung
von zuständiger Seite angesehen werden.“ Armer Professor,
wenn er gewusst hätte, wie zähe dieser Brei ist!
In
der Wünschelruten-Ausstellung findet sich eine ganze Sammlung
von solchen Strahlentötern. Insofern darf man sicher sein, dass
zumindest dieser Bereich vollkommen „entstört“
ist.
Mut
“Die in diesem
Forschungsprojekt erzielten Ergebnisse haben ...
klare
Hinweise auf die Existenz eines noch unverstandenen Phänomens
ergeben.“
H.-D. Betz und H. L.
König
Hans-Dieter Betz und Herbert L. König
Um
es vorweg zu nehmen, im Jahr 1990 musste Professor H.-D. Betz sein
einschlägiges Buch noch immer mit „Geheimnis Wünschelrute
- Aberglaube und Wahrheit über Rutengänger und
Erdstrahlen“ /Betz (1)/, überschreiben. Aber er und H. L.
König, beide Physik-Professoren an der Universität
München, waren jetzt berechtigte naturwissenschaftliche
Autoritäten des Wünschelruten-Themas geworden.
Was
war geschehen?
Intermezzo
Die Antwort auf diese
Frage muss mit einem Zwischenbericht vorbereitet werden. Zum Fundus
der Wünschelruten-Ausstellung gehört nämlich Dank der
großzügigen Spende von Kurt Wienberg eine Akte, die
den Beginn einer der spektakulärsten Szenen des internationalen
Wünschelruten-Epos dokumentiert. Und um auch das vorweg zu
nehmen, das Stück endete nicht einmal im „Wünschelruten-Report“
/Betz, König/, den die beiden oben genannten Physiker als
öffentlichen Abschlussbericht vorlegten, sondern füllt
offenbar als Dauerbrenner das Welttheater Radiästhesie mit immer
neuen Inszenierungen.
Ausgangspunkt der Akte ist das Datum
16. Januar 1980. Ein „Krebsbericht als Fortschreibung der Antwort
der Bundesregierung auf die Große Anfrage betreffend
Krebsforschung“ widmete sich unter „Abschnitt VII.
Unkonventionelle Methoden der Krebsbekämpfung“ auch dem Thema
„Erdstrahlen“. Es handelte sich um eine „Unterrichtung durch
die Bundesregierung“, veröffentlicht unter
Forschung/Mitteilungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft 3/80, S.
32 und 33. Im Vorfeld hatte es wiederholt Beschwerden erkrankter
Bürger und nicht berücksichtigter
Forschungs-Förderungsanträge von besorgten Radiästheten
gegeben. Im Bericht ist die Rede vom vermeintlichen „Zusammenhang
der Entstehung bösartiger Neubildungen mit `Erdstrahlen`“.
Da der Verdacht eines Standortproblems der Krebserkrankung mangels
wissenschaftlicher Substanz nicht von der Hand zu weisen sei, müsse
gehandelt werden. („Krebshaus“, „Krebsbett“,
„Schlafplatzproblem“, „Hausuntersuchung“ sind
einschlägige, unverzichtbare Stichworte für die
Wünschelruten-Ausstellung.) Dank einer Initiative des Deutschen
Krebsforschungszentrums wurde zu dieser Angelegenheit sofort und
extra eine Clearing-Stelle eingerichtet. Die Bundesregierung erklärte
sich zudem bereit, im Rahmen ihrer Forschungsförderung eine
Gleichbehandlung - im Vergleich zu schulmedizinischen (!!) Projekten
- begründeter Anträge durchzusetzen. Es wurde zudem eine
Wissenschaftler-Kommission „Unkonventionelle Methoden der
Krebsbekämpfung“ gebildet. Irgendwie war die Zeit also reif.
Ob E. Brüches mutiger Vorstoß letztlich
verantwortlich war? Wir wissen es nicht. Jedenfalls diente eine First
Lady der Deutschen Bundesrepublik, nämlich die Ärztin und
Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten, Veronica Carstens,
als Brücke zwischen schier unversöhnlichen Welten: Hier war
es die Frage „Ist an der Wünschelrute etwas dran?“
(womöglich auch im medizinischen Sinne) und da waren es die
staatlichen Forschungsfördermittel, die man zu ihrer Lösung
brauchte.
Spontan glaubte die „Arbeitsgemeinschaft zur
Untersuchung geopathogener Reizzonen in Nordhessen und
Südniedersachsen“ (AG), vertreten durch die Personen H.-A.
Bierwirth, P. Ries, K. Wienberg und L. Schaper,
die Gunst der Stunde nutzen zu können, indem sie mit einem
Bericht über Voruntersuchungen („Hausuntersuchungen“)
ernsthaft die Frage aufwarfen „Sind physikalische Energiefelder
und sog. Erdstrahlen krankmachend?“. Und es kam am 6. Dezember
1980 durch die von K. Wienberg geleitete AG pünktlich zum
entsprechenden 25seitigen Förderantrag (Kurzthema:
„Zusammenhänge Reizzonen/Tumoren“) beim Bundesministerium
für Jugend, Familie und Gesundheit. Antragsteller waren sieben
AG-Mitglieder, darunter die Physiker K. Rieth/Göttingen
und G. Winkelmann/Paderborn, der Geologe G.
Mehling/Leverkusen sowie die Heilpraktikerin I. Mai/Göttingen.
Unter dem Strich stand eine für den Anfang mutige Projektsumme
von 94.383,00 DM. (Diplomatischer wären vielleicht erst einmal
10 % davon gewesen.) Der Ehre wegen sei allerdings ein ungewöhnlicher
Schritt der Antragsteller erwähnt: Sie verzichteten unter Pkt. 5
ausdrücklich auf Entgeltung ihrer persönlichen Leistungen,
um damit „Vorbild zu sein“. Ein schwerer Fehler, denn
schon diese Passage musste deutschen Medizinern, die
selbstverständlich mehrheitlich und gutachterlich anschließend
den Text argwöhnisch durchforsten sollten, wie eine angedrohte
Giftspritze vorkommen. Kein Honorar für Arbeit???
Das
Bundesministerium reagierte denn am 22. Januar 1981 auch sofort mit
Hinhaltetaktik. Die aufschiebenden Gründe sind ja teilweise
einzusehen, konnten aber auch sofort als Todesstoss für das
beantragte Projekt verstanden werden:
* Begutachtung durch
Dritte notwendig,
* Projektbeschreibung nach Raster
notwendig,
* Bewirtschaftungsnachweis führen,
*
Nachweis amtsgerichtlicher Eintragung der AG,
* Kostenaufwand
zu hoch,
* Bundesmittel erst ab 2. Hälfte 1981
verfügbar.
Insofern ist sich der Autor nicht sicher, ob
solche naturwissenschaftlichen Ausrutscher, wie die ausdrückliche
Unterscheidung zwischen Gammastrahlung und Radioaktivität oder
die Favorisierung eines elektromagnetischen Kanzerogens - falls dies
den Gutachtern aufgefallen wäre - zudem den Kompetenzeindruck
beschädigt und somit eine Ablehnung mit in Gang gesetzt hätten.
Das Ministerium legte mit Schreiben vom 9. März 1981 jedenfalls
nach und verwies auf eine inzwischen eingegangene „Fülle
von Förderungsanträgen“ hinsichtlich
„unkonvetioneller Methoden zur Krebsbekämpfung“.
Da
half auch nicht der späte Briefappell der AG vom 25. Mai 1981 an
Dr. Gabriele Hundsdörfer, die inzwischen im Auftrag des
Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit handelte,
in dem u.a. „mit aller Höflichkeit, aber mit angemessenem
Nachdruck“ Einsicht in die Stellungnahmen ihrer Gutachter
gefordert wurde. Hat es denn solche formgerecht überhaupt
gegeben?
Schließlich wurde die AG am 13. August 1982 von
der Geschäftsstelle „Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung“
im Auftrag von G. Hundsdörfer zum Expertengespräch
am 11. Oktober mit dem Thema „Krebsentstehung durch geopathische
Reizzonen (Erstrahlen)“ nach Bonn-Bad Godesberg eingeladen, um
unter TOP 4/“Standortabhängigkeit von Krebserkrankungen;
epidemiologischer Nachweis“ mögliche Studienansätze
zu suchen. Den Vorsitz führte der Physiker und Mediziner R.
Kaufmann vom Institut für Klinische Physiologie der
Universität Düsseldorf. Das Ergebnisprotokoll datiert zum
30. November 1982. Unter den 22 Teilnehmern laut beigefügter
Liste tauchen übrigens u.a. die in der Radiästhesie
inzwischen bekannten Namen von Dr. Paul Schweitzer,
Sindelfingen, und D. (?) Hartmann aus Eberbach auf.
Jetzt erfährt man zudem, wer sich eingehend mit dem Antrag der
AG beschäftigt hat, es ist Professor W. von Eimeren vom
Institut für Medizinische Informatik und Systemforschung,
Neuherberg, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung
mbH, München. Er bot nun Hilfe an, um eine methodisch akzeptable
und statistisch gesicherte Pilotstudie vorzubereiten, denn das von
der AG vorgelegte überarbeitete Konzept krankte aus der Sicht
der übrigen Teilnehmer der Diskussion an allen Ecken und Enden.
Leider wurde dieses Hilfsangebot möglicherweise nicht
verstanden, jedenfalls nicht genutzt.
Unglücklicherweise
ist zudem während des Expertengesprächs, wie übrigens
auch die ganze Zeit danach, kein geschlossenes bzw. abgestimmtes
Vorgehen der verschiedenen Radiästhetengruppen zu erkennen,
vielmehr hat jede ihr eigenes Interessengebiet vertreten, nämlich
z.B. die AG (Epidemiologisches Konzept), der Forschungskreis von
Hartmann (Bioindikatoren) und das Umfeld von Schweitzer
(Physikalische Messungen). Einzig die AG blieb jedoch in diesem Sinne
vorübergehend rührig und schickte am 19. November 1982
einen formellen Antrag an den Vorstand des Forschungskreises in
Eberbach, in dem eine Bündelung mit dem Verein „Hilfe bei
Krebs“ (unter Vorsitz des Pathologen Dr. Peter Ries),
Hameln, angemahnt wurde. Aber da gab es vorerst keine Reaktion. Auch
Schweitzer wurde offenbar mit gleicher Absicht kontaktiert,
denn er wurde am 25. Juni 1983 mit einem Seminar über
Radiästhesie und Geobiologie innerhalb der AG in Kassel aktiv.
Trotzdem scheint gerade er anschließend weitgehend eigene Wege
gegangen sein. Die AG entwickelte in der Folge geradezu hektische
Aktivitäten, um zahlreiche praktizierende Ärzte mit ins
Boot zu bekommen. Nun mischte sich aber der organisatorisch
übergeordnete Forschungskreis in Eberbach doch gelegentlich ein,
allerdings verrät die Aktenlage eher ein dämpfendes
Vorgehen. Es ging wohl mehr darum, nicht etwa klar zu stellen, wo es
lang geht, sondern nach wessen Pfeife zu tanzen sei. Und so verstrich
die Zeit.
Am 24. Juni 1986 beschwerte sich G. Hundsdörfer,
über die „Verfechter der Erdstrahlenthese“ in
einem Brief an den Petenten und Rutegänger Thomas Peltason,
Elchingen, der noch nicht aufgegeben hatte: „Unter diesen
Umständen sieht sich die Bundesregierung veranlasst, alle das
Thema Erdstrahlen betreffende Fragen dahingehend zu beantworten, daß
bislang weder für das Vorhandensein noch für die
krankmachende oder gar krebsfördernde Wirkung von Erdstrahlen
ein wissenschaftlich nachprüfbarer Beweis vorliegt.“ Es
trat also zur Abneigung auch noch eine scharfe Ladung an Ablehnung
hinzu. So weit hätte es die zerstrittene Gemeinde der
Rutengänger Deutschlands niemals kommen lassen dürfen!!
Wenn auch die Argumentation der damaligen Bundesregierung nicht
nachvollziehbar ist - denn mit subjektiv Bedingtem kann man
Objektives nicht aus der Welt schaffen und wer hat schon Beweise vor
einem Projekt, das etwas beweisen soll - es lag aber eindeutig an den
Radiästheten, die die Munition geliefert hatten. Bei Hundsdörfer
heißt es nämlich im Klartext: „Leider muß
festgestellt werden, daß weder der epidemiologische Aspekt zu
einer Antragstellung geführt hat (von der `Arbeitsgemeinschaft
zur Untersuchung geopathogener Reizzonen in Nord-Hessen und
Süd-Niedersachsen` war zunächst ein Konzept eingereicht
worden, jedoch konnten die von den Experten der o.g. Arbeitsgruppe
gemachten Verbesserungswünsche entweder nicht berücksichtigt
werden oder man hatte schließlich kein Interesse mehr an einer
solchen Studie, jedenfalls kam es trotz mehrfacher Rückfragen
nicht zur Antragstellung) noch zur Verifizierung des Rutenphänomens
ein offizieller Förderantrag vorliegt.“ Die deutschen
Erdstrahlenverfechter als Ganzes hatten die Gunst der Stunde ganz
einfach verschlafen.
Es half auch kein letzter Brief vom 8.
März 1987, den Kurt Wienberg vom Arbeitskreis in Kassel
an die Geschäftsstelle „Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung“
der Bundesregierung mit Hinweis auf das neue Projektthema
„Zusammenhänge zwischen geopthogenen Reizzonen und dem
Auftreten von Tumoren - eine Pilotstudie auf der Grundlage
empirischer Untersuchungen im Raum Nord-Hessen und
Süd-Niedersachsen“, mit dem er Hundsdörfer um ein
Gespräch bat, an dem übrigens auch der bekannte Ingenieur
und Radiästhet Reinhard Schneider teilnehmen sollte.
Jetzt war nämlich der Kuchen bereits verteilt.
Die Akte
endet kategorisch mit der Antwort vom 20. März 1987 - also nach
sieben Jahren des Gesamtablaufs - in dem Hundsdörfer mit
einem gewissen Stolz darauf verweist, dass der Bundesminister für
Forschung und Technologie ein bereits laufendes Forschungsprojekt
fördert: „Errichtung und Betrieb von Testanordnungen mit
künstlichen variablen Feldern niedriger Energie zum Studium der
Reaktion in biologischen Makrosystemen“. (Man beachte, gerade in
dieser ebenso zutreffenden wie hochtrabenden Überschrift ist
irgendwie der peinlichst gemiedene Begriff „Wünschelrute“
verschlüsselt!) Dies sei „zunächst ausreichend“,
und man müsse abwarten, ob der epidemiologische Ansatz später
„in Angriff genommen werden sollte. ... Ich sehe daher derzeit
keine Möglichkeit, das geplante Projekt mit Aussicht auf Erfolg
erneut zu besprechen.
Mit freundlichen Grüßen
Im
Auftrag
Dr. Gabriele Hundsdörfer“
Vorläufiges
Fazit
1. Wie wir sehen werden, hatte erfreulicherweise ein
großes Team von kompetenten wissenschaftlichen
Projektmitarbeitern das Ruder an sich gerissen. Wenn sie auch -
selbst unerfahren nach eigener Aussage im Umgang mit Wünschelrute
und Pendel - den Fehler gemacht haben, natürliche „Wasseradern“
durch Rohre und Schläuche (!) zu ersetzen, und der „fühlige“
Mensch zum „biologischen Makrosystem“ degradiert worden
ist, so wurde nun doch die alte Frage „Ist an der Wünschelrute
etwas dran?“ einmalig im Weltmaßstab mit einem beruhigenden
(?) Polster von fast einer halben Million DM ernsthaft und offiziell
unter Leitung von angesehenen Physikern erforscht. Das Vermächtnis
von Max Planck bekam ein Gesicht.
2. Radiästheten
- mögen sie noch so organisiert sein - haftet der kollektive
Status naturwissenschaftlicher Laien an. Sie sind sachlich und in
sich zerstritten, sie haben keine Reputation, sie sind nicht zur
interdisziplinären Zusammenarbeit fähig, sie denken bei
ihren „Forschungsergebnissen“ viel zu schnell ans Geld ...
und sie haben es auch nicht geschafft, in sieben (!) langen Jahren
ein akzeptables Projekt in Gang zu setzen.
Und das hat eben
einen einzigen, objektiven Grund: Schuster, bleib´ bei deinen
Leisten!
Der Autor betont ausdrücklich, das dies weder
böse, noch ironisch, noch sonst wie herabwürdigend gemeint
ist. Vielmehr wäre die zeitraubende Recherche anhand der Akte
und weit darüber hinaus für die Katze gewesen, wenn diese
Wahrheit nicht an dieser Stelle ausgesprochen werden dürfte.
Das Projekt
Das Projekt unter dem
Förderkennzeichen 01 KB 8602/0, dessen Ergebnisse der
Öffentlichkeit wie gesagt z.B. als „Wünschelruten-Report“
zugänglich ist, wurde gefördert von
*
Bundesministerium für Forschung und Technologie,
*
Stiftung zur Förderung der Erfahrungsheilkunde
(Karl-und-Veronica-Carstens-Stiftung),
*
Schweißfurth-Stiftung.
Zunächst seien einige Zahlen
genannt, die den kreativen Aufwand verdeutlichen sollen: Etwa 500
Radiästheten dienten als Probanden. Sie wurden von 14
Wissenschaftlern aus 9 Instituten in 10.000 Einzelexperimenten auf
über 50 Versuchsstrecken an insgesamt 160 Experimentiertagen auf
die Probe gestellt. Für die Projektbegutachtung und -betreuung
standen weitere 6 Wissenschaftler verschiedener Institute zur
Verfügung. Alles in allem wurde ein riesiger Aufwand an Zeit
bzw. Mannstunden betrieben.
Dieses Projekt mit einem klaren
physikalischen Konzept wurde nach etwa einjähriger
Vorbereitungsphase im Jahr 1985 bei der Bundesregierung beantragt -
also in jenen Jahren, da sich die Radiästheten in Streitigkeiten
zur Kompetenz ergingen, aber auch erfolglos um Ansatzpunkte für
ihre Projektidee (u.a. epidemiologisches Konzept) rangen - und setzte
sich schließlich auch durch. Daran hatten eben auch der
damalige Bundespräsident, Professor Karl Carstens, bzw.
seine Frau Veronica nicht unerhebliche Anteile, indem sich
ihre Stiftung für das Projekt stark machten (und indem man laut
Professor K. Kaufmann auf Schloss Reisensburg „ein
enttabuisiertes Problembewusstsein schaffte“). Die
Carstens-Stiftung wurde immerhin vom Stifterverband für die
Deutsche Wissenschaft treuhänderisch verwaltet, der seinerseits
beim angesprochenen Wünschelruten-Themenkreis ebenfalls ein
Forschungsdefizit vermutete. Es kam im Vorfeld (Januar/1984) zu
Expertengesprächen auf der Reisensburg, wo das Internationale
Institut für wissenschaftliche Zusammenarbeit für das
nötige Ambiente sorgte. Die Teilnehmerliste einschließlich
des Gesprächsleiters R. Kaufmann des Symposiums „Existenz
und mögliche Wirkungen ortsabhängiger Strahlungsfelder“,
liest sich wie die Tafelrunde des heiligen Gral. Dies gilt vor allem,
wenn man bedenkt, in welche Finsternis das Wünschelruten-Phänomen
in den Jahren zuvor und nach (!!) dem Wünschelruten-Report von
der modernen Inquisition verdammt worden ist. Der Autor würde
zudem nur allzu gern wissen, ob nicht wenigstens die promovierte
Heilpraktikerin, Frau V. Carstens, mit der Wünschelrute
umzugehen vermochte.
Doch darauf kam es ja nun wirklich nicht
an. Noch nie hatte sich die etablierte Wissenschaft so massiert, so
ernsthaft ... und scheinbar so entspannt mit dem Thema „Wünschelrute“
auseinander gesetzt. Allein diese Tatsache verdient Hochachtung
insbesondere gegenüber den späteren Projektdurchführenden,
den Professoren Betz und König, denn so ein Feuer
muss erst einmal entfacht und auf Dauerbrand gebracht werden.
Wohlgemerkt, es geht hier primär nicht etwa um das Ansehen der
Radiästhesie, sondern um die Zulassung bzw. Thematisierung eines
Naturphänomens, was eine gewisse konservative Menschheit aus
verschiedensten Gründen fortwährend und im
wissenschaftlichen Sinne beschämend sowie zum Teil arglistig zu
verhindern sucht. Daran, und nicht an Bauchgefühlen, sollten
sich eigentlich Physiker mit der Neigung zu voreingenommener,
vehementer Kritik wie etwa ein einschlägig in den Medien
brillierender Professor E. Wielandt vom Institut für
Geophysik an der Universität Stuttgart oder ein Dr. O.
Breitenstein vom Max-Planck-Istitut für Mikrostrukturphysik
Halle messen, der sich in ein merkwürdiges E-Mail-Duell
mit dem Autor einließ, nachdem er sich 15 (!) Minuten lang die
Ausstellung angesehen hatte. (Nun sind beide ein unverzichtbarer,
kurioser Teil von ihr geworden.)
Auf Reisensburg wurde
jedenfalls um Inhalt und Methodik zur soliden Klärung einer
physikalischen Grundfrage gerungen, und es wurde ein Weg gefunden.
Die Autoren des Wünschelruten-Report verstanden diesen so:
1.
„Die eigentlich interessante Frage nach gesundheitsrelevanten
Auswirkungen von `Erdstrahlen` ist zwar untersuchungswürdig,
kann aber aus methodischen Überlegungen heraus nicht als
erstes in Angriff genommen werden.“
2.“Erste
Aufmerksamkeit muß vielmehr der Frage gewidmet werden, ob
Rutengänger irgendwelche reproduzierbare ortsabhängige
Reaktionen zeigen, und ob man diese in strengen Experimenten
zweifelsfrei deutlich machen kann.“
Also: Die Frage
„Ist an der Wünschelrute etwas dran?“ hatte nach ihrer
Einschätzung Vorrang. Damit war zugleich klar, dass allen
Beteiligten ein unerhörter statistischer Feldzug bevor stand. So
wundert es nicht, wenn insgesamt 500 Probanden zum Einsatz kamen bzw.
letztlich verschlissen wurden.
Man entschied sich nach einigen
Voruntersuchungen, hauptsächlich mit Teststrecken zu arbeiten,
innerhalb derer „künstliche Leitungen“ (sprich: insbesondere
wasserdurchströmte Rohre als Ersatz für Wasseradern) zu
überschreiten und zu lokalisieren waren. Die Versuche mit
natürlichen Wasseradern - von sogenannten „erfahren
einzustufenden Rutengängern“ zuvor gemutet - sowie solche
mit künstlichen magnetischen Wechselfeldern spielten letztlich
leider eine sehr untergeordnete Rolle. Einige messtechnische
Untersuchungen (einschließlich ziemlich signifikanter Anomalien
der Gammastrahlung) im Gelände, wo Rutengänger „Reizzonen“
angegeben hatten, waren zwar ziemlich erfolgversprechend, doch
konnten sie nur bedingt eingeordnet werden. Da hätte man das
Projekt auch ganz anders anlegen müssen.
Und das
Ergebnis?
Das realisierte Projekt brachte vielfältige
Ergebnisse, vor allem wenn man bedenkt, wie simpel bisherige
Untersuchungen des Wünschelruten-Effekts abgelaufen waren. In
der Ausstellung und an dieser Stelle können die wichtigsten
Stossrichtungen und Resultate nur angedeutet werden:
1. Da bis
dahin zwar schon einige Studien im Weltmaßstab durchgeführt
worden waren, die jedoch auch nicht annähernd den physikalischen
Genauigkeitsanspruch und die logistische Ausrichtung des deutschen
Projektes erreicht hatten, sind schon einmal die entwickelten
Testanordnungen äußerst wertvoll:
*
Laufgang-Experiment (Laufbrett ortsfest oder als fahrbares Gestell)
zur Ortung natürlicher „Reaktionszonen“,
*
Scheunenexperiment (ortsveränderliche Anordnung von
wasserführenden Rohrleitungen bzw. Kiesgerinnen ein Stockwerk
tiefer),
* Spulenexperiment (Durchgang durch ein magnetisches
Wechselfeld),
* Feldmessungen und -studien (gemäß
Ausstellungsabteilung: „Physikalische Messungen dort, wo die
Wünschelrute ausschlägt“).
Bei den ersten drei
Anordnungen war die Doppelblind-Bedingung zudem durch
computergestützten Zufall gewahrt, was z.B. durch verschiedene
zufällig vor bzw. während der Begehung erfolgte
Einstellungen besorgt werden konnte (z.B. Verschieben,
Aus-/Einschalten, Leitungswahl, Streckenfestlegung).
2. Am
Laufbrett erzielten 13 (15 %) von 40 Probanden statistisch
signifikante und 8 davon hoch signifikante Treffer bei guter
Wiederholbarkeit.
In der Scheune waren 43 Probanden beteiligt,
mit denen 107 Testserien absolviert wurden. 13 Serien mit
Irrtumswahrscheinlichkeiten α < 5 % „wurden von 10
verschiedenen Versuchspersonen produziert, welche nach unserem Wissen
mit wenigen Ausnahmen auch durch anderweitige rutengängerische
Leistungen aufgefallen sind.“, heißt es dazu im
Wünschelruten-Report. Zu diesen gehörte insbesondere der
Rutengänger Hans Schröter, siehe auch /Betz (2)/ und
/Mallien, Heimrath/.
Auch beim Spulen-Test erwiesen sich nur
wenige jener Versuchspersonen als die „erfolgreicheren“.
Allerdings musste festgestellt werden, dass „die hier
konzipierten Tests insgesamt keine (H-) Felder-Empfindlichkeit
von Rutengängern ergaben.“
Ausgewählte
Rutengänger - unter ihnen Hans Schröter - wurden im
nicht „zentralen Teil unseres Forschungsprojekts“ bei der
Auffindung eines Brunnenstandortes im Gelände beteiligt, wo auch
die o.g. physikalischen Messungen durchgeführt worden sind. Hier
traten jene bemerkenswert auffälligen Übereinstimmungen
auf.
3. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist die Tatsache, dass
unabhängige Physiker Modellvorstellungen zum Verständnis
des Wünschelruten-Phänomens entwickelten, mögliche
Erklärungen und Hypothesen zu den die biologischen Wirkungen
erklärenden Feldern (dabei wurden hervorgehoben statisches
H-Feld, elektromagnetische Felder, Infraschall-Felder) suchten sowie
sich Gedanken über künftige Untersuchungen biomedizinischer
und geophysikalischer Natur machten.
Kritik des Autors (und
der Wünschelruten-Ausstellung) am Forschungsprojekt
1.
Die Geländeforschung in Verbindung mit physikalischen Messungen
(dabei durchaus mit im Vorfeld als besonders geeignet befundenen
Rutengängern) hätte von Anfang an zum Schwerpunkt erklärt
werden müssen.
2. Der „krank machende“ Aspekt der
vermeintlichen ortsfesten Felder der terrestrischen
Hintergrundstrahlung bzw. der „Erdstrahlen“ hätte bei der
Auswahl der physikalischen Messgrößen und -verfahren doch
stärker berücksichtigt werden müssen. So war
Radioaktivität als Ursache von leichten bis zu schwersten
Krankheiten längst bekannt (und sogar als ortsfestes Phänomen
durch vereinzelte Messungen z.B. am sogenannten „Krebsbett“ in
der radiästhetischen Literatur publiziert). Die entsprechende
Wirkung von statischen magnetischen, elektromagnetischen und
Infraschall-Feldern ist dagegen bis heute nur unsicher belegt.
3.
Erklärungsmodelle (und damit auch weiterführende
Untersuchungen) zum Wünschelruten-Effekt aufgrund von
Feldwirkungen auf den Probanden müssen die natürliche
Feldentstehung, den Signalübertragungs-Aspekt und
biomedizinische Schadenswirkungen beinhalten.
4. Die
zahlreichen hoch dotierten Mitwirkenden, Gutachter, Betreuer und
Experten hätten die Professoren Betz und König
im Nachgang des Projektes stärker oder überhaupt in der
Öffentlichkeit unterstützen müssen, insbesondere mit
dem Ziel einer Forschungsvertiefung und einer angemessenen
Öffentlichkeitsarbeit.
Angriff
und Verteidigung
„Die
Trägheit der wissenschaftlichen und politischen Organisationen
verhindert nach wie vor eine rationale Auseinandersetzung
mit unverstandenen Phänomenen.“
Hans-Dieter Betz
H.-D.
Betz
Damit sind wir, nachdem sein Partner H. L.
König verstorben war, wieder bei Professor Hans-Dieter
Betz, der nunmehr als einziger honoriger Naturwissenschaftler die
Verteidigung der Forschungsergebnisse übernahm. Ja, es ging
jetzt sogar ab in einen echten globalen Wünschelruten-Stellungskrieg.
Die eigentliche Kriegserklärung kam 1995 vom amerikanischen
Neurobiologen James T. Enright /Enright/, und die
Auseinandersetzung wurde von ihm bis zum Jahr 1999 geführt. Er
stellte insbesondere die gesamte Statistik des deutschen
Wünschelruten-Projektes grundhaft in Frage. Damit trat jener
„unerhörte statistische Feldzug“, von dem weiter oben
bereits die Rede war, in seine zweite Phase. Mit anderen Worten, hier
rächte sich vielleicht das Versuchskonzept, das allzu sehr auf
diese Karte gesetzt hatte. Trotzdem muss man wohl feststellen, dass
Enright am Ende vollkommen daneben lag, weil er offenbar das
Grundanliegen der Übung falsch verstanden hat. Er hätte
sollen nur in der Zeitschrift „Skeptical Inquirer“
veröffentlichen, um die Schäden in der Sache in Grenzen zu
halten.
In den weltweiten Niederungen einer dunstigen
Psycholandschaft waren die Gräben allerdings längst bereits
vor Projektbeginn gezogen, und sie waren eher von polemischer Natur,
z.B.: “Forscher, die das Phänomen `Erdstrahlen`
untersuchten und sich nicht total dagegen aussprächen, werden
als Schreibtischtäter und der Beihilfe zu Straftaten bezichtigt,
und sollten einer psychiatrischen Untersuchung zugeführt
werden.“ Dies ist ein Zitat aus der im Jahr 1985 erschienenen
dritten Auflage des Kritiker-Buches des Mediziners O. Prokop und
des Juristen W. Wimmer „Wünschelrute, Erdstrahlen,
Radiästhesie“ /Prokop, Wimmer/. Doch muss man diese Äußerung
zumindest als einen „untauglichen Versuch“ einstufen, die
Freiheit der Wissenschaften einschränken zu wollen (und vor
allem das einschlägige Erbe von Max Planck zu
verunglimpfen), was übrigens in der Bundesrepublik Deutschland
grundsätzlich strafbar ist. Eine „Skeptikergruppe“
hatte bereits vor und während der Projektdurchführung die
imaginären Schützengräben noch tiefer gezogen und dann
mit Stink-Bomben um sich geballert, ohne freilich zu wissen, worum es
dort wirklich ging. Vermutlich handelte es sich bei diesen Tätern
um physikalische Nullstellen. Heutige Skeptikergruppen, die man im
Internet ausmachen kann, wimmeln nur so von Psychologen, Germanisten
und Soziologen. Es spricht ja z.B. den Bamberger Skeptikern niemand
die Zuständigkeit ab, „Ansprechpartner bei Fragen zu
Pseudowissenschaften und vermeintlich paranormalen Phänomenen“
zu sein. Den Abgrund zu den Naturwissenschaften kann man aber auch
nicht mit Ufos überwinden.
Nach Veröffentlichung der
Forschungsergebnisse, die ja nun wirklich noch kein glasklares Ja,
aber ein Immerhin bedeuteten, öffneten dann diverse Antikrieger
ungeniert ihre Giftampullen. Der Report hat sich damit bereits zum
Jahr 1989 auseinander gesetzt. „Normalerweise müssen sich
Forscher bei der Vertretung ihrer Ergebnisse mit Fachkritik
auseinandersetzen, welche in der Regel von in der Sache ähnlich
qualifizierten Kollegen stammt.“, schrieben die Verfasser. Doch
es kam schlimmer, denn die Schwaden wurden sogar so gelenkt, dass sie
unmittelbar die persönliche Integrität der Projektleiter zu
untergraben suchten.
Solches geschah sogar mehrfach vor einem
Millionenpublikum, das bereits damals mit Hilfe öffentlicher
Haushaltsmittel verdummt wurde. Dass „in den Medien .. eher
zufällig beauftragte Berichterstatter“ /Betz, König/
zu Wort gekommen sind (und nicht solche, die sich halbwegs
auskennen), ist klar. Dass die ARD am 15. Mai 1988 einen im Sinne der
Sache negativ orientierten NDR-Bericht ausstrahlte, der in einer
Nacht-und-Nebel-Aktion widerrechtlich (vorherige Intervention des
Forschungsministeriums!) auf dem Experimentiergelände bei
München von einem Regisseur nachgestellte „Originalaufnahmen“
inszenierte, grenzt an Schizophrenie. Die Fehlberichterstattung im
wissenschaftlichen Sinne wurde trotzdem noch vom ZDF in der Sendung
„Abenteuer Forschung“ am 16. 2. 1989 übertroffen /Betz,
König/.
Das alles schärfte bei H.-D. Betz zum
Glück lediglich eher die Sinne. Nichts hielt ihn davon ab, im
Jahr 1990 sein viel gelesenes Buch „Geheimnis Wünschelrute“
im Umschau Verlag Frankfurt heraus zu bringen. Zudem hatte er
jahrlang den dadurch berühmtesten Wünschelrutengänger,
Hans Schröter, forschungsbegleitet. Der entsprechende
GTZ-Abschlussbericht „Unkonventionelle Wasserprospektion:
Felderprobung der Rutengänger-Methodik in Trockenzonen“ lag
1993 /Betz (2)/ mehrsprachig vor und darf international als das
bisher überzeugendste Votum für die Anwendung der
Wünschelrute angesehen werden.
GTZ steht für
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit mbH. Sie ist das
Bundesunternehmen im Zuständigkeitsbereich des entsprechenden
Ministeriums, welches die Entwicklungshilfe Deutschlands auszuführen
hat. Trinkwasser ist nämlich noch immer der absolute Schwerpunkt
der Hilfe für die Ärmsten der Welt, und damit nicht nur
eine deutsche Angelegenheit. Die GTZ hat aber erstmals den Schritt
gewagt, einen Hydrogeologen und Rutengänger mit dieser sensiblen
Aufgabe jahrelang in vielen Ländern zu betrauen, und sie hatte
Erfolg damit. H.-D. Betz konnte H. Schröter u.a.
bei der mit der Wünschelrute gestützten Festlegung von über
650 Brunnenbohrungen in Sri Lanka eine Treffsicherheit von bis zu 96
% (!) ausweisen.
In Fachkreisen wurden dieses Ergebnis und der
Forschungsbericht zunächst angenommen und gewürdigt. So
schrieb der Geschäftsführer der GTZ, Dr. Hansjörg
Elshorst, im Jahr 1991 im Vorwort dazu erfreut /Betz (2)/: „...
haben wir in unseren diesbezüglichen Projekten handfeste und
kaum bestreitbare Erfolge beobachtet, die in diesem Bericht noch
einmal zusammenfassend beschrieben werden.“ Er befand weiter:
„Und doch hat diese Weisheit (des Umgangs mit der
Wünschelrute) jahrtausendelang Menschen das Überleben
unter zum Teil widrigen natürlichen Umständen erleichtert.“
Professor Hans Berckhemer vom Institut für Meteorologie
und Geophysik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
am Main war ebenfalls sichtlich beeindruckt und riet im zweiten
Vorwort zu weiteren Forschungen /Betz (2)/: „Offenbar ließen
sich aber auch im Projekt in Kurunegala bei bisher etwa 1.200
Bohrungen mit Hilfe zweier anderer Rutengänger weit
überdurchschnittliche Erfolgsraten erzielen. ... Er (der
Bericht) ermutigt meines Erachtens nicht nur mit Recht zu seiner
(des Wünschelruten-Problems) weiteren Erforschung,
sondern fordert diese auch im Sinne modernen biologischen
Systemverhaltens geradezu heraus.“ Seine abschließende
Meinung lautet wie folgt: „Ich betrachte den vorliegenden
Bericht als konstruktiven Beitrag zu Versachlichung des
Wünschelrutenproblems.“
Bei so honoriger
Reputation müsste es doch bei der GTZ - vor allem im Sinne
bedürftiger Menschen und zum Vorteil des deutschen Steuerzahlers
- zumindest mit dem kostengünstigen Brunnenbau in den
Entwicklungsländern weiter gegangen sein, denn dieses so
wichtige Thema ist doch dort bei weitem nicht erledigt. Doch aus
heutiger Sicht totale Fehlmeldung!
Stattdessen kam H.-D.
Betz - jetzt auch Professor für Atom-, Kern- und
Atmosphärenphysik am Massachusetts Institute of Technology, USA
- im Jahr 2004 als hoffnungsloser Alleinkämpfer in der
radiästhetischen Zeitschrift für Geomantie „Hagia Chora“
zu folgender Einschätzung /Betz (3)/: „Es drängt
sich die Hypothese auf, dem Menschen eine noch nicht näher
bekannte biologische Sensibilität auf natürlich vorhandene
Felder physikalischen Ursprungs zu unterstellen, welche bei
bestimmten Rutengängern besonders effizient ausgeprägt ist.
(Kommentar des Autors: Davon ging bereits J. W. Ritter
aus, der zudem mit dem extrem sensiblen F. Campetti
experimentierte.) Die mögliche Reaktionskette stellt
sich demnach in vier Schritten dar:
* Vorhandensein
physikalischer Felder mit ortsabhängigen Gradienten,
*
Detektion dieser Feldgrößen durch den menschlichen
Organismus,
* Interpretation, Klassifizierung und Selektion
der empfangenen Feldinformation,
* Reaktion (z.B. Ausschlag
oder dosierte Bewegung der Rute) bei Vorliegen und Erkennen
bestimmter Eigenschaften der Feldinformation.“
Kommentar des
Autors: Grundsätzlich ist das der Stand von P. E. Dobler.
Zudem favorisierte H.-D. Betz nach wie vor die
Erforschung radiästhetischer Effekte in den physikalischen
Feldbereichen elektromagnetische Strahlung einschließlich
statische H-Felder (Kommentar des Autors: In diesem Punkt glaubte
sich P. E. Dobler am Ziel.) sowie Infra- und Ultraschall,
Gravitationsfeld sowie Bodenschwingungen. (Interessant ist übrigens
auch seine Schlussfolgerung - womit er jedoch nicht allein da steht -
dass nicht nur unterirdische Wässer, insbesondere fließende,
als Untersuchungsobjekt besonders geeignet seien, sondern auch
Hohlräume.)
Die Kernstrahlung als mögliches,
radiästhetisches Feldphänomen erwähnte Betz mit
keinem Wort.
“Kritik“
„Eine
Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen für elektrische Felder
ist viel wahrscheinlicher als für Gamma-Strahlen.“
M. Lambeck
Martin Lambeck
Das
Mitglied des Wissenschaftsrates der Gesellschaft zur
Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), Martin
Lambeck, ist Physik-Professor an der Technischen Universität
Berlin. Es ist ein Glücksumstand, dass so ein renommierter Mann
bei all den Anforderungen seines anspruchsvollen Berufes sich auch
noch kritische Gedanken macht über alternative Medizin, Esoterik
und Radiästhesie, wohlgemerkt, aus physikalischer Sicht. Sein
Buch „Irrt die Physik?“ aus dem Jahr 2003 /Lambeck/ ist in
diesem Sinne populär angelegt und daher vielen interessierten
Laien zu empfehlen. Lambeck schlussfolgerte darin aus einer
Fülle von Tests, die er so anlegte, „daß mit ihnen
die Physik als falsch erkennbar (falsifiziert) werden“ könnte,
falls irgendeines der diskutierten „paranormalen“ Phänomene
zum Widerspruch führte.
Vieles ging M. Lambeck im
Gedankenexperiment bzw. anhand von Experimenten anderer an, was in
der Physik zulässig ist. Beim Thema Radiästhesie machte er
jedoch - wenn auch in sehr bescheidenem Rahmen - so manche „eigene
Beobachtung“ mit einem eigens engagierten Rutengänger.
Damit reihte er sich immerhin unter die hochrangigen Physiker, die
die Wünschelruten-Frage - wie auch immer - direkt zu beantworten
suchten.
Zum Glück recherchierte er offenbar ausführlich
den „Wünschelruten-Report“ und die Arbeiten von Christof
Rohrbach, insbesondere dessen Buch /Rohrbach/, der infolge dessen
Vorgeschichte als Vizepräsident und Professor der Bundesanstalt
für Materialforschung und -prüfung unter allen Radiästheten
als besonders kompetent erschien. Ihm entging vermutlich nicht, dass
Rohrbach, obgleich von Hause aus promovierter Elektrotechniker
und trotz aller publizierter radiästhetischer
Experimentiertechnik, alle seine einschlägigen Ergebnisse mental
erhielt, also letztlich wie jeder andere Radiästhet auch.
Vielleicht kann man folgende Sätze von Lambeck so noch am
besten verstehen: „Ich kenne keine zwei Bücher über
denselben Gegenstand, die sich in ihrer Aussage, ja schon in ihrem
Vorverständnis so stark unterscheiden wie „Der
Wünschelruten-Report“ von König und Betz
gegenüber „Radiästhesie“ von Rohrbach. Liest man
beide Bücher nebeneinander, so könnte man meinen, sie
stammten aus verschiedenen Jahrhunderten und seien auf verschiedenen
Kontinenten geschrieben. Tatsächlich sind sie jedoch
gleichzeitig entstanden, nämlich in den frühen 90er Jahren
des 20. Jahrhunderts und noch dazu am gleichen Ort - in
Bayern.“
Ansonsten wären M. Lambeck´s
eigene experimentelle Erfahrungen entschieden zu dünn
ausgefallen, wie seine zwei wichtigsten Schlussfolgerungen
belegen:
1. Lange Zeit haderte er mit der Möglichkeit
einer physiologischen Erklärung der Rutenbewegung (was jedoch
seit Ritter unter Naturwissenschaftlern, die sich darin
auskannten, unbestritten ist, d. Autor): „Eine derartige
Bewegung erschien mir zunächst völlig unerklärlich.“
2.
Die physiologische Erregung des Rutengängers bei dessen Arbeit
erschien ihm suspekt: „Mir scheint dieser Zustand eine
medizinische Untersuchung wert.“ Wenn Lambeck wüsste,
wie oft dieses Thema bereits Mediziner, Biologen und Informatiker
sowie Leute verschiedenster Couleur bereits beschäftigt hat!
So
„besticht“ Lambeck´s magere Quintessenz nach einer
engagierten Auseinandersetzung zum Thema „Erstrahlen,
Wünschelruten, Pendel und Feng Shui“ auf 27 Seiten: „Mir
fällt auf, daß eine Größe nicht beachtet wurde,
deren Messung eigentlich nahe läge, nämlich die (statische)
elektrische Feldstärke.“ (Da sind ganze Bücher
geschrieben worden, d. Autor.) Zudem betont der Referent - der sich
damit, wiewohl unbemerkt, ausdrücklich auf Ritter´s
Standpunkt begibt - dass er anderer Meinung sei als König
und Betz mit ihrem damaligen Magnetfeld-Konzept. Und dann wäre
da noch ein möglicherweise folgenschwerer Satz, wenn es nach
Martin Lambeck ginge: „Eine Wahrnehmungsfähigkeit
des Menschen für elektrische Felder ist viel wahrscheinlicher
als für Gamma-Strahlen.“ Da hat nämlich der Autor -
und viele Patienten, die damals auch deutsche Arztpraxen füllten
- seit Tschernobyl eine völlig andere Erfahrung gemacht, ganz
bestimmt zu schweigen vom Elend in den Gamma- und Neutronenblitzen in
Hiroshima und Nagasaki!
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