Das
geophysikalische Standortproblem der Solitärbäume
Teil
3: Ein Testbaum, der einen Neutronen-Teilstrahl abbildet
H.-D.
Langer, Niederwiesa
zur Veröffentlichung eingereicht bei
der Zeitschrift Veröffentlichungen des Museums für
Naturkunde Chemnitz
Kurzfassung
In den Teilen 1
und 2 wurde der Begriff Neutronotropie eingeführt und anhand der
sternförmigen Kreuzung von Neutronen-Flächenstrahlen der
eigentliche Standort des Solitärbaumes hergeleitet. Bei
gestörter Oberfläche der Erdkruste und infolge ihrer
kristallinen und vorkristallinen Gebirgsbestandteile kommt es gemäß
der Wellenoptik auch zur Ausbildung von Neutronen-Teilstrahlen. Ein
anschauliches Beispiel soll im vorliegenden Beitrag die heftigen
Reaktionen eines Solitärs (Testbaum) auf dieses scheinbar
unbedeutende Phänomen aufzeigen. Der Autor hofft, sein
fundamentales Anliegen damit besonders verständlich
darzulegen.
1 Einleitung
Sir James
Chadwick (1891-1974) hat seine Originalveröffentlichung zum
erstmaligen Nachweis des Neutrons in der Zeitschrift „nature“
des Jahres 1932 mit einem Fragezeichen versehen, sinngemäß:
Habe ich wirklich? Inzwischen ist gut bekannt, dass freie
Neutronen aufgrund natürlicher Kernprozesse auch aus der Erde in
unseren Lebensraum eintreten. Allerdings ging man bisher von einer
eher räumlich gleichmäßigen Neutronenverteilung in
der Biosphäre aus. Der Autor glaubt hingegen, die Feinstruktur
(Strahlen) des natürlichen terrestrischen Neutronenfeldes
entdeckt zu haben (und nimmt dafür gern viele Fragezeichen
in Kauf). Insbesondere wurden an Bäumen, auch per
Neutronen-Messung, u.a. dramatische Flucht-, Abwehr- und
Untergangsreaktionen (Neutronotropie) genau dort beobachtet, wo
irdische Neutronenstrahlen auf das ansonsten robuste, aber eben
ortsgebundene Lebewesen treffen, H.-D. Langer (1997) und
(1998). Die heftige neutronotrope Reaktion ist nicht unerwartet, denn
z.B. gerade die die Lebewesen ausmachenden Atomkerne des
Wasserstoffs, Stickstoffs und Kohlenstoffs weisen besonders hohe
Wirkungsquerschnitte auf, und zwar um so mehr, je langsamer
(energieärmer) die Neutronen sind, und die terrestrische
Neutronen-Hintergrundstrahlung besteht immerhin zu mindestens 70% aus
langsamen Neutronen, B. M. Kuzhevskij (2001).
Aus
Veröffentlichungen der biophysikalischen Forschung und
medizinischen Praxis (Neutronen-Tumortherapie) seien ergänzend
folgende Sätze zitiert:
“Schon eine einzige
Einfangreaktion (beschädigt die Desoxyribonukleinsäure im
Zellkern so stark, dass die Zelle abstirbt.“ M. Lindinger
(1998),
“Ein Photon (Röntgenstrahl) führt
in der Zelle zu einer sehr lockeren Ionisation. Ein Neutron
verursacht dagegen im Zellkern sehr viele, dichte Ionisationspunkte
und damit auch mehr Schäden.“ Ch. Streffer
(2002),
“Im Vergleich zu konvetionellen Strahlen -
gemeint ist Röntgen- und Gammastrahlung - erzeugen Neutronen
wesentlich mehr nicht oder schwer reparierbare DNS-Veränderungen
(Doppelstrangbrüche).“ M. Molls (2002).
Zudem
ist der sogenannte effektive Qualitätsfaktor des Neutrons (heute
10 bis 20 im Vergleich zu 1 für Röntgen- und γ-Quanten),
der gemäß internationalen Strahlenschutzverordnungen das
biologische Schädigungspotential wichtet, in der Forschung
umstritten. Wahrscheinlich wird man ihn noch wesentlich heraufsetzen
müssen.
2 Strukturmodell der
Neutronenstrahlen
Der Autor geht davon aus, dass die
Neutronenstrahlen durch die Realstruktur der Erdkruste formiert
werden. Insbesondere greift die Modellvorstellung von geführten
Neutronenwellen zwischen je zwei (in diesem Sinne aktiven)
planparallelen Rissen, H.-D. Langer (1998). Die entsprechenden Moden
des ungestörten Neutronenwellenleiters stellen sich somit in der
Biosphäre als parallele, meist annähernd senkrecht stehende
Flächenstrahlen dar. Die felsige Erdkruste weist jedoch in ihrem
oberen Bereich eine mehr oder weniger stark zerrüttete
Oberflächenschicht auf, die z.B. im sächsischen Erzgebirge
zwischen 0 bis 50 m dick und mit der sogenannten Oxydationszone
identisch ist. Somit können durch Streuung, Brechung und
Reflexion, die sogar vielfach sein kann, auch sehr unterschiedlich
geformte Teilstrahlen mit beliebiger Ausrichtung auftreten, s. Bild
1.
Da gemäß Modellvorstellung im Untergrund
grundsätzlich kohärente Neutronenstrahlung ansteht, sind
auch Teilstrahlen kohärent. Man hat daher insgesamt in
Verbindung mit dem kristallinen bzw. vorkristallinen Charakter der
Gebirgsmineralien zudem mit Beugungseffekten zu rechnen, so dass sich
gemäß der Streutheorie, B. K. Weinstein (1956), die
entsprechenden Interferenzfiguren in der Biosphäre als sehr
feine Punkt-, Strich- und Ringreflexe (bzw. Bogenteile davon) mit
wiederum beliebiger Neigung gegen die Erdoberfläche einstellen
können. Auf weitere speziellere Effekte wird hier nicht
eingegangen.
Kohärente Wellen sind in der Atmosphäre
relativ stabil, doch wirkt u.a. die Neutronenstreuung am Stickstoff
und am Wasserdampf der Luft, so dass man so manche biologische
Reaktion infolge der Neutronenbelastung auffälliger in den
untersten Schichten der Atmosphäre (z.T. sogar sehr bodennahe)
beobachtet.
3 Der Testbaum
Die
Neutronotropie der Bäume ist wie die Geo- und die Fototropie ein
artenübergreifendes Phänomen, H.-D. Langer (1997). Um dies
besonders zu unterstreichen, wird der hier diskutierte Baum als
Testbaum bezeichnet. Aus der Sicht der biologischen Wirkung der an
seinem Standort anstehenden Neutronenstrahlen ist es in erster
Näherung also völlig gleichgültig, ob es sich um eine
Eiche, Buche, Linde oder einen anderen Baum handelt.
Der
Testbaum, s. Bild 2 a bis c, steht am Lehrpfad im Sabaurwald (Teil
des Reinhardswaldes) nordöstlich von Hofgeismar in der
Entfernung von einigen Hundert Metern von der Info-Tafel, die man
leicht vom zuständigen Parkplatz an der Strasse zwischen der
Sababurg und Beberbeck findet.
Im klassischen Sinne, z.B. H.
J. Fröhlich (2000) und S. Kühn u.a. (2002), würde man
den absterbenden Baum als hohlen Hochzwiesel mit starken
Borkenverlusten sowie hohem Stammspalt und einigen weiteren kleinen
Stammlöchern bezeichnen. Im Hohlraum fällt eine große
nach innen gewachsene Beule (auch Knolle bzw. Baumkrebs genannt) auf.
Der Testbaum wurde bisher in keiner Veröffentlichung als
irgendwie auffällig erwähnt, zumal er im Team vieler
markanter Bäume des ehemaligen Hutewaldes förmlich unter
geht. Und doch ist er mit dem kapitalen Stammdurchmesser von 2,3 bis
2,5 m einer der Baumriesen, die den Sabaurwald prägen.
4
Meßtechnik und -verfahren
Für die Messungen
wurde das batteriebetriebene Gerät Szintomat 6134 (Firmenlogo
automess) eingesetzt, das eigentlich für Gamma-Messungen
optimiert ist. Obgleich es sich um eine ältere, von der Wismut
GmbH nur bis 1997 geeichte Bauart handelt, ist es für
Relativmessungen sehr gut geeignet, und es besteht der große
Vorteil in Form der Analoganzeige. Dadurch kann man kurzfristige
Gamma-Schwankungen beobachten und trotzdem visuell einen mittleren
Ablesewert angeben. Außerdem sind dem kontinuierlichen Verlauf
abrupte Spitzen des Zeigerausschlags überlagert, die nicht nur
Gammaschauer, sondern auch einzelne bzw. gruppierte Neutronen zur
Anzeige bringen, die in den Messraum gelangen. Dies ist eine bekannte
Eigenschaft von Szintillationsmeßgeräten.
Der
Zeiger folgt der Stärke der Messimpulse aufgrund seiner Trägheit
nur bedingt. Man muss also auch sein kurzes Zucken zählen.
Allerdings lassen sich Impulse mit mehreren überlagerten Spitzen
(höhere Teilchenenergie oder Teilchen-Schauer) relativ gut
visuell von Einzelereignissen unterscheiden, so dass man entsprechend
verfälschte Zählungen wiederholen kann.
Es ist ein
weiterer Vorteil der Konstruktion, dass man zwar Gammaimpulse und
Neutronen trotz innerer Abschirmung bei fest stehendem Gerät von
überall her registrieren kann, doch zeichnet sich die
Messkopfachse eben wegen in dieser fehlender Abschirmung als die
Richtung höchster Empfindlichkeit aus (z.B. Faktor 6 mit einer
2g-Pechblende-Probe). Dadurch können selbst ohne Schienenstativ
Strahlrichtungen grob abgetastet werden.
Zur Unterscheidung
Gamma-/Neutronensignal beim Zählen der Spitzenausschläge
wird sich einfach der Tatsache bedient, dass Gammastrahlung in der
Natur mit derart feiner Strahlform, wie sie im gegebenen Zusammenhang
vorkommt, nicht vereinbar ist.
Ungeachtet dessen hat der Autor
Vergleichsuntersuchungen mit der Neutronensonde LB 6411
(Äquivalentdosisleistung) der Firma EG&E Berthold
durchgeführt. So wurden Neutronen-Äquivalentdosisleistungen
von ca. 250 bis 550 nSv/h in Neutral- und 1700 bis 2250 nSv/h in
Strahlbereichen gemessen, H.-D. Langer (1998).
Die natürliche
Gamma-Dosis ist bei Ausschluss von zivilisatorischen Kontaminationen
bekanntlich regional sehr unterschiedlich. Der Autor stellte nicht
nur im bekannten deutschen Nord-Süd-Gefälle z.T. große
Unterschiede fest (mit dem Szintomat 6134: 1 bis 30 μSv/h), was
z.B. mit der Granitart und -verteilung des Untergrundes
zusammenhängt.
5 Der Standort aus
kernphysikalischer Sicht
Wohl noch nie wurde die lokale
Verteilung der natürlichen Gamma- und Neutronenstrahlung unter
dem Aspekt vermessen, dass ein darin stehender Baum gewissermaßen
ihre Abbildung darstellt. Für das geübte Auge zeichnet sich
der o.g. Baum jedoch gerade dahingehend als außerordentlich
charakteristisch aus. Deshalb wurde er ja auch als Testbaum
ausgewählt.
Die Gammaverteilung ist gemäß Bild
3 im Umkreis einiger Meter starken örtlichen und zeitlichen
Schwankungen unterworfen, doch zeichnete sich in beliebiger radialer
Richtung ein deutliches Minimum am Baumstandort ab. Die γ-Dosis
im Inneren der Baumhöhle lag über Minutenzeiträume
unterhalb der Nachweisgrenze (Dmin < 1 μSv/h). Man
stellte nur gelegentlich eine ablesbare Anzeige fest. In einem
Abstand von ca. 5 m waren dagegen Messwerte von 2 bis 6 μSv/h zu
beobachten.
Zählte man die überlagerten
Anzeigespitzen (als Neutronenereignisse), so standen 10 bis 25 pro
Minute im Außenbereich etwa 5 bis 12 pro Minute im Inneren der
Baumhöhle gegenüber. Die Zählung der Anzeigespitzen im
Inneren der Baumhöhle war wesentlich erleichtert aufgrund des
kaum störenden niedrigen γ-Pegels. Es ist anzumerken, dass
bei diesen Messungen der Bereich der Stammöffnungen (Spalt,
Löcher) absichtlich gemieden wurde.
Ordnete man dagegen
das Gerät gemäß der schematischen Zeichnung im Bild 5
zwischen Stammloch und Beule axial ausgerichtet an, so konnte man gut
reproduzierbar „starke Einzelimpulse“ in zeitlicher Folge
von mehr als 20 pro Minute entlang der strichpunktierten Linie (und
nur entlang dieser) feststellen. Man hatte somit einen
Neutronenstrahl entdeckt.
6 Reaktionen des Testbaumes
auf den Neutronenstrahl
Der Strahl trifft mit einer
Neigung von ca. 55o den Stamm im unteren Bereich ziemlich
genau mittig. An der Eintrittsstelle in etwa 50 cm Höhe hat der
Baum ein beidseitig spitz zulaufendes ovales Stammloch, s. Bild 2 b
und Bild 4.
Bei diesem Spätstadium im Lebensalter des
Baumes kann man sicherlich nicht entscheiden wie dieses Loch im
Detail entstanden ist (z.B. durch adaptive Reaktion oder
nachträgliche Neutronenerosion). Hilfreich sind hier jedoch
Vergleiche mit ebenso betroffenen jüngeren Bäumen. Es
spricht jedenfalls vieles für eine sehr frühe adaptive
Reaktion bzw. sogar eine solche „von Anfang an“. Im
gegenwärtigen Zustand ist der Lochrand wulstartig sauber
umwallt.
Das zweite Stammloch, s. Bild 2 c, befindet sich
exakt in Strahlrichtung auf der Gegenseite des Hohlstammes. Es wird
aus der Sicht des Neutronenstrahls jedoch genau durch die Beule
verdeckt. Das Stammloch befindet sich am Ansatz eines Astes, dessen
Stumpfreste man in Bild 2 a noch erkennt.
Beulen findet man an
der Peripherie von Bäumen einzeln bzw. in Gruppen recht oft, was
auch bekanntlich deren sagenhafte Knorrigkeit ausmacht. Seltener sind
sie - wie im gegebenen Fall entsprechend Bild 2 c - im Inneren von
Hohlstämmen bekannt, zumal in diesen großen Abmessungen.
Der Radius des halbkugelförmigen Gebildes beträgt immerhin
ca. 25 cm. Auf die interessanten Details der strahlseitigen
Beulenoberfläche wird hier nicht weiter eingegangen, obgleich
sie im allgemeinen wichtige „Abbildungen“ der
Intensitätsverteilung innerhalb des Strahlquerschnittes sind.
Nur eines sei angemerkt: Im Querschliff von Beulen findet man an
Jahresringe erinnernde Vielschichtstrukturen. Die Schichtdicke (z.B.
0,5 mm) ist jedoch in der Regel sehr viel kleiner als die mittlere
Jahresringbreite des betreffenden Baumes. Ähnliches trifft
übrigens für die geschilderten Randwülste zu, wie sie
sich in den Bildern 2 a und 4 gut sichtbar abzeichnen.
Der
gemäß Bild 2 etwa 3 m hohe und bis 30 cm breite
Stammspalt, dank dessen man sich in die Stammhöhle zwängen
kann, endet nach oben im Ansatz des Hochzwiesels. Der Stamm hat an
dieser Stelle eine tiefe Furche entwickelt. Neben leichtem Drehwuchs
zeichnet sich zudem einseitig neben dem Spalt eine breite Fläche
(ca. 20 % der Gesamtoberfläche) ab, von der sich die
„Lebenszone“ des Baumes mitsamt der Borke bis zu einer
Wulstbegrenzung zurückgezogen hat. Deutlich erkennbar sind dem
im Kronenbereich Totäste zuzuordnen.
Der Hohlstamm mit
einem Durchmesser von etwa 2,4 m hat nur noch Wanddicken von 10 bis
20 cm. Dafür liegt am Boden der Baumhöhle und außen
im Umfeld des Stammspaltes eine große Menge von braunem Mulm,
s. Bild 2 b.
7 Schlußfolgerungen
Es
ist in Anbetracht der gemäß Abschnitt 1 verheerenden
Wirkung von Neutronen auf Zellen bzw. deren Bestandteile müßig,
die Reaktionen des Testbaumes im Bereich des entdeckten
Neutronenstrahls nicht auf diesen zurück zu führen. Eine
Erklärung im Sinne klassischer Fachargumente schlägt
ohnehin fehl, da sie - zumindest in der offensichtlichen
Wirkungskette - ohnehin in der Fachliteratur fehlen.
Deshalb
fasst der Autor die Beobachtungen im Strahlbereich noch einmal, jetzt
allerdings mit neutronotroper Bewertung, zusammen:
1. Der Baum
„flüchtete“ am Auftreffpunkt durch Ausbildung eines
Stammloches (Fluchtreaktion). Man muss also davon ausgehen,
dass die Öffnungsform den Strahlquerschnitt mit einem
umlaufenden Sicherheitsabstand (neutronotrop) nachbildet.
2.
Am Austrittspunkt befand sich ein Ast, der den Neutronenbeschuss
offensichtlich nicht überlebt hat (Untergangsreaktion).
3.
Vermutlich nachträglich hat sich an dieser Stelle eine große
merkwürdig strukturierte Beule gebildet.
Zum Pkt. 3 ist
eine bereits in der älteren Fachliteratur anzutreffende
Anmerkung wichtig: Bäume mit Beulen (bzw. „Baumkrebs“)
könnten demnach deutlich älter werden als gleichzeitig in
Nachbarschaft aufgewachsene. Logisch folgt schon einmal daraus eine
Schutzfunktion der Beule für den Baum.
Aus der
Sicht der Neutronenphysik wäre Absorption von Neutronen sicher
nicht die optimale Dauerlösung für Lebewesen. Sehr viel
günstiger erscheinen z.B. Reflexion bzw. Streuung, wodurch zwar
nicht die freien Neutronen, jedoch der Strahl und damit die hohe
lokale Neutronendichte beseitigt wären. Es ist wahrscheinlicher,
dass die Natur diesem Schutzphänomen den Vorrang gab. Dafür
spricht übrigens die Schichtstruktur in der Baum-Beule. In der
technischen Neutronenphysik sind Dünnschicht-Stapelanordnungen
zur Neutronen-Streuung und -Reflexion klar favorisiert, worüber
z.B. die TU Wien (2003) im Internet berichtet. Zudem scheinen
zahlreiche kleine Beulenstrukturen oberhalb des Stammloches 2 (und
oberhalb der wachsenden großen Beule) auf die seitlich nach
oben gestreuten bzw. reflektierten Neutronen hinzuweisen.
Noch
deutlicher mag diesen Sachverhalt einer der mit ca. 12 m Stammumfang
mächtigsten Bäume von Deutschland zum Ausdruck bringen, die
Wolframslinde zu Ried im Bayerischen Wald. Bei der Betrachtung des
Fotos in Bild 6 gewinnt man nämlich den Eindruck, dass nur noch
Beulen übrig geblieben sind. Im Umkehrschluss folgt somit wieder
ein ziemlich effektives Schutzkonzept der Beulen. Aufgrund der auch
an diesem interessanten Objekt durchgeführten
Neutronen-Messungen ist sich der Autor sicher, jede Beule liegt im
Fokus von mindestens einem Teilstrahl. Ohne (Neutronen streuenden)
Beulenschutz wäre auch dieses gewaltige Lebewesen schon längst
Geschichte.
Der Autor möchte an dieser Stelle noch
bemerken, dass er viele der anderen Merkmale des Testbaumes bis hin
zur Einstufung als Solitärbaum im Sinne von H.-D. Langer (1997)
und (1998) - es sei z.B. an das örtliche Gammaminimum erinnert -
auf Neutronotropie zurückführt, genau so übrigens wie
das Phänomen Wolframslinde.
Aufgrund der Vielfalt von
Flächen- und Teilstrahlen, die die Feinstruktur des
Neutronen-Feldes der natürlichen terrestrischen Kernstrahlung in
der Biosphäre ausmachen, sind mit den bisherigen
Veröffentlichungen des Autors die beobachteten neutronotropen
Effekte bei Bäumen nur im Ansatz verarbeitet.
Dieser dritte
Teil der Abhandlung über Neutronotropie sollte jedoch in
möglichst einfacher Weise ein sehr einprägsames, möglichst
überzeugendes Beispiel zeigen.
Für den Autor sind
Bäume das anschaulichste lebende Referenzsystem, welches durch
seine Reaktionen das terrestrische Neutronenfeld „abbildet“.
Dadurch sollte jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass es sich nur
um ein Problem der Bäume handelt. Alle anderen Lebewesen,
insbesondere auch die mobilen sind betroffen, denn das Neutron
„kennt“ im wesentlichen nur Atomkerne, worin im
biologischen Material kaum Unterschiede bestehen. Schließlich
hat der Mensch z.B. im Baby-Laufgitter, am Computerarbeitsplatz und
im Bett ebenfalls lang anhaltende Ruhephasen. Unter Neutronenbeschuss
kann es früher oder später zu Ausfällen oder Schäden
im körpereigenen Reparatursystem kommen, und Krankheit bzw.
Untergang nehmen ihren Lauf.
Bildanhang
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Bild 2 c: |
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Bild 3: |
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Bild 4: |
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Bild
5: |
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Bild 6: |
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Literatur
Langer,
H.-D. (1997): Das geophysikalische Standortproblem der
Solitärbäume
Teil 1: Ergebnisse systematischer
Naturbeobachtungen - Veröff. Mus. Naturk. Chemnitz, 20:
115-132; Chemnitz
Langer, H.-D. (1998): Das
geophysikalische Standortproblem der Solitärbäume
Teil
2: Neutronotropie - Meßergebnisse und Modellvorstellungen -
Veröff. Mus. Naturk. Chemnitz, 21: 84-96;
Chemnitz
Kuzhevskij, B. M. (2001): Nucleonics-based monitoring
of the ecological environment balance of the earth crust and lower
atmosphere - Sonderdruck aus dem Moskauer Institut für
Kernphysik: 1-11; Moskau
Lindinger, M. (1998):
Neutronentherapie auch in Europa - Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
28.1.98, 23: N1
Streffer, Ch. (2002): Tumortherapie
mit Neutronen: Experimentelle Grundlagen - in Sonderdruck „Forschung
mit Neutronen“ der TU München: 11-18
Molls, M.
(2002): Neutronen in der Tumortherapie - in Sonderdruck „Neue
Forschungs-Neutronenquelle Garching“ der TU München:
72-80
Weinstein, B. K. (1956): Strukturnaja Elektronografia.
Moskwa (Akademia Nauk SSSR)
Fröhlich, H. J. (2000): Alte
liebenswerte Bäume in Deutschland. Buchholz (Cornelia Ahlering
Verl.)
Kühn, S. u.a. (2002): Deutschlands alte Bäume.
München (BLV Verl.)
TU Wien (2003):
www.ustem.tuwien.ac.at/angebot/duenne/index_de.html
F.M.
19.01.2003