Beitrag
zu Radiästhesie, erschienen in raum&zeit, 23. Jahrgg., Nr.
132 November/Dezember 2004
Die
„Erste Wünschelrutenausstellung der Welt“
Ein Rundgang durch das deutsche Geomanten-Mekka
Von
Dr. H.-D. Langer, Niederwiesa
Wünschelrutengänger
haben seit Mai 2004 ihr eigenes Mekka in Deutschland: die „Erste
Wünschelrutenausstellung der Welt: Physik und Radiästhesie
" im Schloss Lichtenwalde bei Chemnitz. Erstmals wird im Rahmen
eines umfangreichen musealen Projektes anhand von
sprachwissenschaftlichen, historischen, archäologischen,
kunsthistorischen, mythologischen, theologischen und
naturwissenschaftlichen Recherchen die Anwendung von Wünschelrute
und Pendel in allen Hochkulturen der Welt von der Altsteinzeit bis in
die Gegenwart aufgezeigt. Der Organisator Dr. H.-D. Langer lädt
zu einem Rundgang durch Philosophie und Gestaltung sowie zu einigen
Exponaten dieser einzigartigen Ausstellung ein.
„Auf
dem Weg der Evolution wird es sicher eine Struktur geben, in der die
zukünftige Physik Hand in Hand mit der Esoterik ihren Platz
finden wird.“ Das sind starke Worte einer Grande Dame der
Radiästhesie, Frau Blanche Merz (†). In ihrem Buch „Orte
der Kraft“ aus dem Jahr 2002 drückt sie die
Wunschvorstellung vieler Radiästheten der Welt aus, die bei
ihrer Tätigkeit nicht nur sensibel agieren, sondern auch über
Erklärungen nachdenken. Das ehrt sie unbedingt. Allerdings wird
der Fall „Hand in Hand“ aus objektiven Gründen
niemals eintreten, selbst wenn Blanche Merz ausdrücklich die
„zukünftige Physik“ meinte. Sie übersah
immerhin dabei den unvorhersehbaren Gang der „zukünftigen
Esoterik“. Zudem war sie selbst auf dem Gebiet der Physik ein
absoluter Laie, was viele Äußerungen in ihren Büchern
leicht belegen. So kam es - und kommt es immer wieder in ungezählten
Veröffentlichungen auch von anderen Radiästheten - aus
naturwissenschaftlicher Sicht zu teilweise chaotischen Stellungnahmen
und abstrusen Begriffsvereinnahmungen, die den ersehnten Handschlag
vermutlich auch mental auf ewig vereiteln werden. Da muss man nicht
einmal Prophet sein, sondern braucht nur die Geschichte der
Radiästhesie zu studieren. Die Ausstellung gibt dazu Gelegenheit
für alle Hochkulturen der Welt seit der Altsteinzeit.
Max
Planck war pro Radiästhesie
Ungeachtet dessen handelt
es sich bei Ruten- und Pendeleffekten um Naturphänomene. Somit
ist die Physik - ob es nun einzelne ihrer Vertreter wahr haben wollen
oder nicht - die erste zuständige Instanz. Max Planck mag dies
bedacht haben, als er seinerzeit als Chef des Kaiser
Wilhelm-Institutes forderte, ein Institut zur Erforschung des
Wünschelruten-Effektes einzurichten, um die drängenden
Fragen der Bevölkerung solide zu beantworten. Leider kam es
unter ihm nicht zur Ausführung, denn braune, rote und bunte
Interessen mischten sich in der historischen Folge ein, und die
Wissenschaft wurde weltweit vom Geld derart abhängig, dass
möglicherweise auf lange Sicht null Chancen bestehen, irgendwo
an jener hehren Idee anzuknüpfen. Deutschland ist zudem
diesbezüglich mit am konservativsten einzustufen. Davon lässt
sich die Exposition gemäß Untertitel „Physik und
Radiästhesie“ überhaupt nicht beirren. Eine
weitreichende naturwissenschaftliche Recherche hat zu beeindruckenden
Ergebnissen geführt. Man kann hier gute Pro-Argumente finden,
die den notorischen Skeptikern heftig ins Gesicht blasen. Zugleich
können sich Radiästheten vor Ort effektiv und
anwendungsbezogen physikalisch weiterbilden.
Es hat in der
Vergangenheit auch nicht an Versuchen einzelner interessierter
Physiker gegeben - hier seien an hervorragender Stelle genannt die
Professoren H. L. König (†) und
H.-D. Betz - die
radiästhetischen Effekte auf ihre naturwissenschaftliche
Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen. Sie stellten mit
wissenschaftlichen Methoden fest, dass „am
Wünschelruten-Effekt etwas dran ist“. Wenn also jemand
das Gegenteil behauptet, so führt er - wie die Ausstellung
argumentiert - seine eigene Zuständigkeit ad absurdum.
Weil
die Kritiker und Skeptiker tritzdem in der Überzahl sind, wird
die Radiästhesie in der Öffentlichkeit heute immer noch als
Humbug oder Ulk abgetan. Eine teilweise erkennbare Akzeptanz der
Radiästhesie profitiert eher vom aktuellen geistig-kulturellen
Trend, der radikaler denn je von allgemeiner Orientierungslosigkeit,
Zukunftsangst und Desinformation der Menschen bestimmt ist. Diese
Situation war allerdings immer auch der Nährboden für
esoterische Exzesse, wovon die Radiästhesie als Fachgebiet noch
niemals wirklich profitiert hat.
Der Mensch ist immer
Auslöser
Die „Kraft“, die das Pendel „von
sich aus lenkt“ oder die Wünschelrute „zieht“,
so dass im Horrorszenario Materialien ermüden und gar brechen,
die „Haut in Fetzen fliegt“ oder ein Lederlatz das
Schlimmste verhüten muss, hat noch kein Physiker entdeckt. Im
Gegenteil: wie die Ausstellung darlegt, haben gut beobachtende
Radiästheten erkannt und wissenschaftliche Experimente längst
bewiesen, dass der Mensch selbst der Auslöser ist. Das eigenes
Gebaren bestimmt somit auch die Überlebenschancen bei der
Rutenarbeit. Absonderlichkeiten, die sich einschleichen können,
sind demnach nichts als theatralisch ... und erquickend für eine
Ausstellung.
Genau dadurch hat es freilich ein Problem: Man muss
hinnehmen, dass alle sensorischen und aktorischen Prozesse beim
Ruteln oder Pendeln ebenso wie ihre intelligente Bewertung und
Steuerung im eigenen Körper ablaufen, d.h., sie sind mental
gekoppelt. Man erfährt aus biophysikalischer Sicht wie es beim
Radiästheten durch ihn selbst zur Beantwortung seiner eigenen
Fragen und somit zu Anzeigen seiner Ruten- bzw. Pendel-Instrumente
kommt. Radiästhesie ist und bleibt somit ein mentales, daher
sehr anfälliges Geschehen. Da helfen weder Götter, noch
Geister, noch das irgendwo abgelegte imaginäre Wissen der
gesamten Menschheit. Es kommt also auf einen Lernprozess an, denn nur
teilweise hat man es wie ein echter Künstler in die Wiege
bekommen. Andere haben es gegebenenfalls erst einmal mit Blockaden zu
tun. Die gute Nachricht kristallisiert sich jedoch zunehmend
übereinstimmend heraus: Jeder (!) kann es lernen, manches sogar
im Schnellkurs mitten in der Ausstellung. So hat die Exposition eine
echte Action-Basis für Besucher, und man fordert dort gleich zur
Schatzsuche heraus.
Problemfelder und Störzonen
aufspüren
Einige Exponate der Ausstellung weisen auf
aktuelle Problemfelder hin: So erinnert das Modell-Schlafzimmer
daran, dass es „krank machende Störzonen“ gibt,
deren Auffindung übrigens ebenso eine Aufgabe für den
erfahrenen Spezialisten bleiben sollte wie die Stelle im Garten, wo
man den Bohrer für den Brunnen anzusetzen hat. Immerhin haben
Radiästheten den Begriff „Krebsbett“ geprägt,
und in der Ausstellung wird dieser umstrittenen Standortproblematik
sehr wohl eine hohe Wahrscheinlichkeit zugesprochen, denn es gibt
deutliche Hinweise auf ortsfeste Neutronenstrahlen in der Biosphäre,
die dabei eine Rolle spielen. Ein einziges zusätzliches Neutron,
das im Körper spontan absorbiert wird, kann unser Leben
dramatisch verändern! Wer Zweifel hat, studiert die
dargestellten Ergebnisse der Neutronenphysik, der medizinischen
Praxis (Neutronentherapie!) oder neue Forschungsergebnisse zur
Neutronotropie der Bäume. Die Ausstellungsabteilung „Das
Elend der Bäume“ zeigt nämlich, dass mit den
Neutronenstrahlen ein unbewältigtes bzw. - noch schlimmer -
bisher weitgehend unerkanntes Grundsatzproblem der größten
und vitalsten Lebewesen der Erde besteht. Wenn man Schwierigkeiten
hat, die angebotenen Modellvorstellungen zur Strahlbildung in der
Erdkruste zu verstehen, so hilft eine überaus originelle
Laser-Demonstration.
Weiterhin dokumentiert die Ausstellung, wie
vielseitig Wünschelrute und Pendel eingesetzt wurden und werden.
So wird unter anderem klar unterlegt, dass das Finden der Wasserader
nachweislich schon seit den Zeiten des Alten Testaments eine der ganz
großen Erfolgsstorys der Radiästhesie ist. Die Kittemanns
sollen Heilquellen punktgenau in über 200 m Tiefe festgestellt
haben? Und Hans Schröters Treffsicherheit beim Festlegen von
Brunnenstandorten - in den Entwicklungsländern, wo man sie noch
dringend braucht - soll mehr als 90 % betragen haben? Ja, die
Bundesrepublik Deutschland beschäftigte doch tatsächlich
einen der erfolgreichsten Wünschelrutengänger, und das zum
Segen der Ärmsten. Wie nützlich könnte es gleich sein,
wenn der Staat nach dem A („Wünschelrutenreport“,
1989), auch B sagen würde! Warum wird die weiterführende
Forschung nicht gefördert? Statt dessen überlässt man
z.B. laienhaft agierenden Demagogen in staatlichen Medien das Feld,
die sogar die gewissenhafte Arbeit von Universitätsprofessoren
ins Lächerliche ziehen dürfen.
Schatzsucher und
Wasserfinder
Der deutschsprachige Raum hat manchen
hervorragenden Radiästheten hervorgebracht, an den es in der
Exposition zu erinnern gilt. Vielleicht fragt sich der eine oder
andere, warum ausgerechnet das Wünschelruten-Museum in Sachsen?
Hier im Erzgebirge und seinem Vorland war der ergiebigste Altbergbau
der damaligen Welt. Und mit dem Silber wurde der eigentliche Schatz
der Wettiner gehoben. Niemals wären zum Beispiel die
Kunstschätze von Dresden möglich geworden, wenn nicht seine
Fürsten und Könige das dafür nötige Geld
buchstäblich aus der Erde unter ihren Füssen ausgegraben
hätten. Die erzgebirgischen Rutengänger waren nach England
gerufen worden, um von dort aus nach Amerika, Australien und Afrika
zu gelangen, wo sie neue Bergbaufelder mit erschlossen haben.
Der
damalige Bürgermeister von Chemnitz und Begründer der
Montanwissenschaften, Georgius Agricola, hat es uns in seinen
berühmten Büchern vor 500 Jahren erstmals ausführlich
bildlich und schriftlich übermittelt: Den exakten Ort der
„sylberadern“ haben ausdrücklich die
Wünschelrutengänger aufgezeigt! („Die Wünschelrute
kann also bei der Auffindung von Gängen für eine frommen
und ernsthaften Mann von Nutzen sein.“, Übersetzung
nach G. Fraustadt und H. Prescher, 1974.)
Agricola wies auch
darauf hin, dass dies schon in der Antike so war. Zudem machte der
Gelehrte - hier ein Zitat der ersten Übersetzung seines Buches
aus dem Jahr 1555 - auf die Alternative der Anzeigerpflanzen
aufmerksam: „Derhalbe an welchem ort vil beum / lang ein
ander nach ordelich gesetzt (d.h., in Reihe stehend) / zu
unrechter zeit verdorren un schwartz werde / oder sunst jhr rechte
farb verlieredt / und von ungstüme der winden niderfallen / da
selbig ligt ein gang verborgen.“ Genau nämlich die
vermeintlichen „hitzige un dörre dünst“
des G. Agricola, die nach ihm ursächlich aus den Gängen
bzw. Rissen der Erdkruste ausströmen sollen, weisen auf das
mächtige Naturphänomen der Neutronotropie hin, das gemäß
neuerer siedlungsphysikalischer Forschung möglicherweise auch
grundlegend für radiästhetische Effekte ist. Die
Ausstellung verfolgt diese naturwissenschaftliche Fährte bis hin
zu den faszinierendsten Feststellungen der Geomantie. Man erfährt
vielleicht mit Staunen, dass die „Energiemeridiane“,
„Kraftzentren“ und „Akapunkturpunkte“
- also jene abstrakten „vibratorisch kosmo-tellurischen
Feinstofflichkeiten“ der modernen Esoterik und Radiästhesie
- durchaus eine physikalische Realität aufweisen. Allerdings
bewegt sich diese eher im Rahmen der natürlichen irdischen
Kernstrahlung.
Diagnostizieren und Heilen
Auch
die Pendel-Applikation hat in Sachsen tiefe Wurzeln. So wirkte in
dessen Hauptstadt Dresden bekanntlich der berühmte
Pendelforscher, der Chemie-Professor Johann Karl Bähr. Sein Buch
„Der dynamische Kreis“ begründete in der Mitte des
19. Jahrhunderts den Beziehungstest, der heute in vielen Variationen
die neuzeitliche Pendelpraxis bestimmt.
Die interessanten
Abteilungen Archäologische Spurensuche; Ortung unterirdischer
Hohlräume; Architektur der Jahrtausende; Symbol-Signale aus der
Urzeit; Gesellschaft und Radiästhesie (Staat, Wirtschaft,
Militär, Kirche); Wünschelrute und Technik; Physikalische
Messungen dort, wo die Wünschelrute ausschlägt; Die
Wünschelrute in der Kunst; Skurriles aus der Radiästhesie
haben ebenso ihren festen Platz gefunden wie der umfängliche
Medizinische Bereich.
Radiästhetisch gestützte
Diagnose und Therapie haben bei vielen Heilpraktikern und Ärzten
inzwischen festen Fuß gefasst. Die Ausstellung sucht auch hier
mutig nach naturwissenschaftlichen Ordnungsprinzipien.
Selbstverständlich werfen Heilkräuter, Heilsteine,
Heilwasser, Heiler und so weiter zahlreiche Fragen auf. Als
physikalisch brauchbare Antworten erweisen sich atomare
beziehungsweise molekulare Cluster und andere Strukturen sowie das
Biophotonen-Konzept des Physikers F. A. Popp.
Was macht die
Präsentation „Galerie der Wünschelruten und Pendel“
im riesigen Vitrinenschrank so attraktiv, wenngleich sich das Projekt
mit diesem Thema nicht erschöpft? Es sind vor allem die vielen
konstruktiven Kreationen, hier dargeboten als Originale und/oder
Nachbauten! Tief beeindruckt der Einfallsreichtum, den ihre Erfinder
umgesetzt haben. Auch auf die Themen „Schutzmittel gegen
schädliche Strahlen“ und „Radiästhetische
Literatur“ wird aufmerksam gemacht. Die erste
Wünschelruten-Ausstellung der Welt ist für Mitarbeit und
Anregungen einschlägiger Experten ebenso offen wie für
Spenden, die den Fundus erweitern. Das Terrain ist, wie gesagt, nicht
abgesteckt. Wer eine gute Idee hat und mitmachen will, ist herzlich
willkommen.
(Zwischenüberschriften und
leichte Bearbeitung durch die Redaktion)
25.10.2004
F.M.